Wellyou-Kampagne löst Shitstorm wegen sexistischer Fitness-Werbung aus
Wellyou-Kampagne löst Shitstorm wegen sexistischer Fitness-Werbung aus
Eine umstrittene Werbekampagne der Fitnessstudio-Kette Wellyou hat scharfe Kritik wegen sexualisierter Darstellungen auf sich gezogen. Die Plakate, die nackte, durchtrainierte Menschen beim Training zeigen, werden von Aufsichtsbehörden und der Öffentlichkeit als sexistisch gebrandmarkt. Die Beschwerden häufen sich – allein innerhalb einer Woche gingen Dutzende Meldungen beim Deutschen Werberat ein.
Die Kampagne zeigt muskulöse, fast unbekleidete Models beim Sport, deren Genitalien nur teilweise verdeckt sind. Viele Nutzer in sozialen Medien verurteilten die Anzeigen als entmündigend und objektivierend, während die Landesfrauenbeauftragte Bremen sie als Verstoß gegen Werbestandards einordnete – konkret als sexistisch.
Der Deutsche Werberat verzeichnete eine ungewöhnlich hohe Zahl an Beschwerden, verfügt jedoch nicht über die Befugnis, Werbung direkt zu verbieten. Stattdessen gibt er Empfehlungen ab und setzt auf die freiwillige Kooperation der Unternehmen. Bremer Bürger können anstößige Plakate zudem bei der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten melden, die deren Entfernung aus dem öffentlichen Raum anordnen kann.
Wellyou verteidigt die Kampagne mit dem Argument, sie zeige die Ergebnisse von Fitnesstraining – Kraft, Disziplin und Selbstbewusstsein. Ein sexueller Bezug werde geleugnet. Allerdings verfügt keines der 40 Studios zwischen Husum und Hannover über ein dokumentiertes Verfahren zur Bearbeitung von Beschwerden über sexistische Werbung.
Behörden und Verantwortliche setzen darauf, dass öffentlicher Druck und offizielle Rügen Werbetreibende zum Umdenken bewegen. Sie gehen davon aus, dass ein wachsendes Bewusstsein für sexistische Darstellungen langfristig zu weniger solchen Kampagnen führen wird.
Die Welle der Empörung hat Wellyou in die Kritik gerückt, Forderungen nach einem Rückzug der Anzeigen werden lauter. Während das Unternehmen betont, es gehe um sportliche Leistungen, werfen Kritiker der Kampagne vor, diese Botschaft durch die sexualisierte Inszenierung zu untergraben. Ob die Fitnesskette ihre Strategie ändert, könnte nun vom Ausmaß der öffentlichen Kritik abhängen.
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