Revolutionäres Schweißverfahren: Steppwelder verbindet Aluminium in Sekunden

Karl-Friedrich Wieloch
Karl-Friedrich Wieloch
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Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Maschine mit einem Rad, das zum Formen von Metall verwendet wird.Karl-Friedrich Wieloch

Revolutionäres Schweißverfahren: Steppwelder verbindet Aluminium in Sekunden

Forscher der Universität Stuttgart haben ein neues Schweißwerkzeug namens Steppwelder entwickelt. Das System ist für das robotergestützte Rührreibschweißen konzipiert und verbindet hochfeste Aluminiumlegierungen schneller als herkömmliche Verfahren. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert.

Das Steppwelder-System kommt ohne Zusatzmaterialien aus, erzeugt keinen Rauch, keine Spritzer und verbraucht kaum Energie. Sein zentrales Merkmal ist das "Steppstichnaht-Prinzip", das schnelles und flexibles Schweißen sowohl in 2D als auch in 3D ermöglicht. So lässt sich beispielsweise eine 50 Zentimeter lange Naht in nur 1,5 bis 2 Sekunden fertigen.

Im Gegensatz zu älteren Methoden benötigt Steppwelder keine sperrigen externen Gegenhalter. Stattdessen setzt es auf einen integrierten, beweglichen Gegenhalter innerhalb der Schweißpistole. Diese Konstruktion ermöglicht den Einsatz an standardmäßigen 6-Achs-Industrierobotern und erleichtert so die Integration in bestehende Fertigungsanlagen.

Die Technologie befindet sich noch in der Testphase; die Validierung läuft bis Juni 2026. Bisher haben weder Automobilhersteller noch Zulieferer Pläne bekannt gegeben, das Verfahren für die Massenproduktion leichter Bauteile einzusetzen. Das Team erwartet jedoch, dass Steppwelder bis Mitte Juni 2026 marktreif sein wird – insbesondere für Branchen wie Automobilbau, Luft- und Raumfahrt sowie Maschinenbau. Seine Fähigkeit, Gewicht bei komplexen Formen wie Batteriegehäusen oder Megaguss-Komponenten einzusparen, könnte sich als besonders vorteilhaft erweisen.

Die Entwicklung von Steppwelder stellt einen Fortschritt beim effizienten und sauberen Schweißen hochfester Aluminiumteile dar. Durch seine Geschwindigkeit, Flexibilität und Abfallfreiheit könnte das System nach Abschluss der Tests eine praktikable Lösung für Hersteller werden. Die Markteinführung ist für Juni 2026 geplant.

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