ePA-Start scheitert: Ärzte und Krankenhäuser kämpfen mit Chaos und Sicherheitslücken

Karl-Friedrich Wieloch
Karl-Friedrich Wieloch
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Ein Papierstapel mit einer gelben Schleife darum, der auf einem Tisch liegt, sieht aus wie eine medizinische Aufzeichnung mit darauf geschriebenem Text.Karl-Friedrich Wieloch

ePA-Start scheitert: Ärzte und Krankenhäuser kämpfen mit Chaos und Sicherheitslücken

Deutschlands neue elektronische Patientenakte (ePA) ist mit schweren Problemen gestartet. Zwar haben mittlerweile die meisten Versicherten eine ePA, doch die Nutzung bleibt gering – und Gesundheitsdienstleister kämpfen weiterhin mit technischen und sicherheitsrelevanten Hindernissen. Ärzte und Krankenhäuser warnen, dass die überstürzte Einführung zu Strafen oder sogar Systemausfällen führen könnte.

Die ePA sollte Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken und Psychotherapeuten in einem zentralen digitalen Netzwerk verknüpfen. Zu den Hauptzielen gehören die Vermeidung doppelter Untersuchungen und eine bessere Abstimmung der Behandlungen. Doch seit dem verpflichtenden Start am Mittwoch berichten nur 7,5 Prozent der Arztpraxen und 2,4 Prozent der Kliniken von einem reibungslosen Betrieb. Viele führen unvollständige Softwaremodule und Integrationslücken als Gründe an.

Zwar verfügen etwa 80 bis 90 Prozent der Praxen und niedergelassenen Ärzte über die grundlegende technische Ausstattung, um Daten einzupflegen. Doch weit verbreitete Klagen über instabile Systeme und schlechte Bedienbarkeit überschatten den Fortschritt. Der Krankenhaussektor ist sogar komplett abgehängt – keine einzige Einrichtung ist vollständig an die ePA angebunden. Ein Digitalisierungsreport aus dem Jahr 2025 bewertete deutsche Krankenhäuser mit nur 42 von 100 möglichen Punkten. Und noch Anfang 2026 erfüllten tausende Praxisausweise und Konnektoren nicht die verschärften Verschlüsselungsstandards.

Die Kritik beschränkt sich jedoch nicht auf technische Mängel. Viele Ärzte zweifeln an der Datensicherheit und dem Schutz der Patientendaten – einige raten ihren Patienten sogar aktiv zur Deaktivierung der ePA. Bisher haben erst 4,3 Prozent der 4,5 Millionen Versicherten der AOK Baden-Württemberg davon Gebrauch gemacht. Gleichzeitig sehen sich die Leistungserbringer nun rechtlich verpflichtet, die Akten aktuell zu halten. Die Angst vor finanziellen Sanktionen bei Nichteinhaltung verschärft die angespannte Lage zusätzlich. Für Technologieanbieter besteht zudem die Gefahr des Kollapses, sollten die Strafen zu hart ausfallen.

Der holprige Start der ePA lässt die Gesundheitsdienstleister mit instabilen Systemen und Sicherheitsbedenken zurück. Während die Krankenhäuser weiterhin offline sind und nur ein Bruchteil der Kliniken problemlos arbeitet, bleibt das Versprechen einer effizienteren Versorgung unerfüllt. Die Ärzte müssen nun rechtliche Vorgaben mit anhaltenden technischen Hürden in Einklang bringen – während die Patiententeilnahme auf einem Minimum verbleibt.

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