Millionenbetrug vor Gericht: Ex-Chef soll Anleger mit Scheinprojekten prellen

Eberhard Kuhl
Eberhard Kuhl
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Ein Gebäude mit einer Tafel, auf der "ABN AMRO" steht, mit einer Tafel mit Text, Geländern und Glasfenstern mit Vorhängen, mit Text unten, der eine Strafe von 1,5 Milliarden Dollar durch die Europäische Union erwähnt.Eberhard Kuhl

Fünf Millionen Euro Schaden: 68-Jähriger in Mannheim wegen Betrugs angeklagt - Millionenbetrug vor Gericht: Ex-Chef soll Anleger mit Scheinprojekten prellen

Ein 68-jähriger Mann, einst Chef einer deutsch-schweizerischen Unternehmensgruppe, muss sich nun vor dem Landgericht Mannheim wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug verantworten. Die Ermittlungsbehörden werfen ihm vor, Anleger mit falschen Versprechungen über Bauprojekte um Millionen zu betrügen – obwohl er wusste, dass diese nie realisiert werden würden. Der Mann war Ende 2025 auf Teneriffa festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft, während das Gericht den Fall prüft.

Zwischen 2018 und 2019 soll der Angeklagte Privatpersonen dazu gebracht haben, Geld in Projekte zu investieren, die von vornherein keine realistische Erfolgsaussicht hatten. Eines dieser Projekte war ein Hotelkomplex in Konstanz, den er trotz Kenntnis der prekären finanziellen Lage der beteiligten Firmen – diese erwirtschafteten kaum Umsätze – aggressiv bewarb. Bevor die Investoren misstrauisch wurden, verloren sie rund 4,8 Millionen Euro sowie 70.000 Schweizer Franken (umgerechnet etwa 78.000 Euro).

Dem Mann wird zudem vorgeworfen, sich persönlich über zwei Millionen Euro aus den Unternehmensvermögen anzueignen. Seine Festnahme erfolgte im November 2025 auf der Kanareninsel Teneriffa, wo er bis zu seiner Auslieferung in Gewahrsam blieb.

Parallel laufende Ermittlungen in der Schweiz und in Italien förderten weitere finanzielle Schäden zutage. Im Schweizer Kanton Wallis erlitt ein Netzwerk aus vermögenden Familien, Freunden und Prominenten – darunter der Sternekoch Frédy Girardet – Verluste in Höhe von insgesamt 20 Millionen Schweizer Franken. Eine einzige Familie verlor dabei acht Millionen Franken. In Italien wiederum lockte ein Schweizer Verdächtiger mehrere Kunden in riskante Anleihen aus Malta – die genauen Summen sind jedoch noch unklar.

Nun muss das Landgericht Mannheim entscheiden, ob die Anklage Bestand hat. Der Beschuldigte bleibt bis auf Weiteres in Haft. Bei einer Verurteilung drohen ihm empfindliche Strafen wegen des mutmaßlichen Betrugs und der Veruntreuung von Geldern.

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