Tübingen kämpft mit den Geister-Telefonzellen der Telekom – und droht mit Rechnungen
Defekte Telefonzellen: Tübingen will von der Deutschen Telekom Geld - Tübingen kämpft mit den Geister-Telefonzellen der Telekom – und droht mit Rechnungen
Tübingen ringt noch immer mit den Folgen der Entscheidung der Deutschen Telekom, alle öffentlichen Telefonzellen abzuschaffen. Zu Beginn des Jahres 2023 stellte das Unternehmen die letzten 12.000 Telefonkabinen in ganz Deutschland außer Betrieb. Doch in dieser Universitätsstadt stehen noch immer 13 funktionsunfähige Kioske – sechs davon allein in der historischen Altstadt.
Der Abbau der Zellen zieht sich seit Monaten hin und stößt beim Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer auf scharfe Kritik. Er bezeichnete das langsame Tempo als "typisch deutsche Geschwindigkeit" und fragte, warum die Kabinen noch immer stünden. Sieben der verbliebenen Telefonzellen sind außerhalb der Altstadt verstreut, während sich die übrigen im zentralen historischen Stadtkern befinden.
Die Stadtverwaltung zeigt sich zunehmend verärgert. Der Leiter des Tübinger Rathauses nannte die verlassenen Kabinen ein "Schandfleck", der den öffentlichen Raum verstelle. Mittlerweile prüft die Kommune sogar, ob sie der Deutschen Telekom die anhaltende Präsenz der defekten Kioske in Rechnung stellen kann.
Trotz der Abschaltankündigung schreitet der Rückbau nur ruckartig voran. Einen klaren Zeitplan, wann die letzten Telefonstationen endlich aus Tübings Straßen verschwinden, gibt es nicht.
Der Streit verdeutlicht die Herausforderungen beim Ausstieg aus veralteter Infrastruktur. Die 13 verbliebenen Kabinen in Tübingen sind ein sichtbares Symbol für den zähen Wandel. Sollte die Stadt die Telekom tatsächlich zur Kasse bitten, könnte dies ein Präzedenzfall für andere Kommunen werden, die mit ähnlichen Verzögerungen zu kämpfen haben.
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