Schwarzarbeit in Ulm: Rekordstrafen und mehr Haft als je zuvor im Jahr 2025

Karl-Friedrich Wieloch
Karl-Friedrich Wieloch
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Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Fabrik mit Rauch, der aus ihren Schornsteinen aufsteigt, umgeben von Gebäuden, Bäumen, Pflanzen, Gras und einem Zaun, mit dem Text "New York State Penitentiary" unten.Karl-Friedrich Wieloch

Schwarzarbeit in Ulm: Rekordstrafen und mehr Haft als je zuvor im Jahr 2025

Zollfahndungsamt Ulm veröffentlicht Bericht 2025 zu Schwarzarbeit: Deutlicher Anstieg von Strafen und Hafturteilen

Das Zollfahndungsamt Ulm hat seinen Jahresbericht 2025 zu nicht angemeldeter Arbeit vorgelegt – mit einem deutlichen Anstieg von Bußgeldern und Freiheitsstrafen. Im vergangenen Jahr leitete die Behörde tausende Verfahren ein und trieb Millionen an Strafgeldern ein. Betroffen waren Branchen von der Gastronomie bis hin zum privaten Sicherheitsgewerbe, wobei einige Arbeitgeber mit empfindlichen finanziellen und rechtlichen Konsequenzen konfrontiert wurden.

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS), die an vier Standorten – Ulm, Aalen, Pfullingen und Friedrichshafen – tätig ist, führte zwar weniger Betriebsprüfungen durch als 2024, erzielte jedoch Rekordstrafen und längere Haftzeiten.

2025 wurden 1.516 verwaltungsrechtliche Verfahren und 2.504 strafrechtliche Ermittlungen wegen Schwarzarbeit eingeleitet. Daraus resultierten 2,36 Millionen Euro an Verwaltungsbußen und 971.000 Euro an strafrechtlichen Geldauflagen. Der geschätzte Schaden für die Sozialkassen durch nicht gemeldete Beschäftigung belief sich auf 25,7 Millionen Euro.

Die Gerichte verhängten insgesamt 74 Jahre Haft – ein Anstieg von über 50 Prozent im Vergleich zu den 47 Jahren im Vorjahr. Ein markanter Fall betraf einen Manager eines Sicherheitsunternehmens, der Strohmänner und Briefkastenfirmen nutzte, um illegale Beschäftigung zu verschleiern. Auch in der Gastronomie gab es Verurteilungen, nachdem Ermittler gemeldete Personalzahlen mit tatsächlichen Lohnunterlagen abgeglichen hatten.

Die Bauwirtschaft geriet wegen Scheinsubunternehmertums und gefälschter Rechnungen in den Fokus. Zudem führten 49 Fälle mit Drittstaatsangehörigen zu Bußgeldern in Höhe von 107.650 Euro, wobei einzelne Arbeitgeber für nur wenige Tage nicht angemeldeter Arbeit bis zu 7.000 Euro zahlen mussten.

Obwohl die Zahl der Kontrollen bei Arbeitgebern und Beschäftigten im Vergleich zu 2024 zurückging, führte die zielgerichtete Vorgehensweise der FKS zu schärferen Sanktionen. Konkrete Zahlen zu Ermittlungen wegen Scheinselbstständigkeit – etwa in Ulm oder bundesweit – wurden nicht veröffentlicht, doch eine Umfrage des Bundesverbands Film- und Fernsehproduktion (BVFK) wies auf breitere Probleme hin, etwa bei falsch klassifizierten Freiberuflern wie Kameraleuten.

Die Ergebnisse 2025 zeigen eine verschärfte Gangart gegen Schwarzarbeit: Die Haftstrafen sind länger, die Geldbußen höher als in den Vorjahren. Arbeitgeber in Risikobranchen müssen mit strengeren Kontrollen bei Lohnbetrug und illegalen Beschäftigungspraktiken rechnen. Die Ulmer Behörde setzt auf eine fokussierte Strategie – weniger Prüfungen, aber mehr Wirkung.

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