Stuttgarter Gericht verweigert Aktivisten Bamdadi die deutsche Staatsbürgerschaft

Marika Heinz
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Eine Gruppe von Menschen hält Schilder und Plakate vor einem Gebäude, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer rechts, während einer Demonstration in Deutschland.Marika Heinz

Stuttgarter Gericht verweigert Aktivisten Bamdadi die deutsche Staatsbürgerschaft

Ein Stuttgarter Gericht hat die Entscheidung bestätigt, dem iranischen Aktivisten Danial Bamdadi die deutsche Staatsbürgerschaft zu verweigern. Bamdadi, der in der Vergangenheit mit linksextremen Kreisen in Verbindung stand, sah sich mit der Begründung konfrontiert, an gewalttätigen extremistischen Aktivitäten teilgenommen zu haben – trotz seines Engagements gegen rechtsextreme Gruppen. Gewerkschaften und politische Persönlichkeiten kritisieren das Urteil seitdem als Angriff auf demokratisches Engagement.

Erstmals gerichtlich auffällig wurde Bamdadi 2017, als er einen AfD-Stadtrat tätlich angriff. Vier Jahre später nahm er an einer Demonstration zur Unterstützung verurteilter Linksextremisten teil. Während seiner Tätigkeit für den Verein zur Bewahrung der Demokratie – eine Organisation, die sich gegen rechtsextreme Einflüsse in Betrieben einsetzt – beantragte er die Einbürgerung, die jedoch abgelehnt wurde.

Das Verwaltungsgericht Stuttgart begründete seine Entscheidung damit, dass Bamdadi sich nicht eindeutig von gewaltbereiten extremistischen Kreisen distanziert habe. Zwar falle sein Aktivismus unter die verfassungsmäßigen Rechte, doch seine Verbindungen stellten laut Behörden ein Risiko dar. Das Gericht stützte sich dabei teilweise auf Erkenntnisse des Bundesamts für Verfassungsschutz.

Kritik am Urteil ließ nicht lange auf sich warten. Die Gewerkschaft Verdi und das Magazin Rote Fahne bezeichneten es als Rückschlag für Arbeitsrechte und antifaschistische Bewegungen. Die IG Metall warf dem Gericht vor, mit "Schuld durch Assoziation" zu argumentieren. Über 17.000 Menschen unterzeichneten eine Petition zur Unterstützung Bamdadis, und die ehemalige SPD-Justizministerin Herta Däubler-Gmelin schloss sich seinem Anwaltsteam an.

Bamdadi kündigte an, in Berufung zu gehen, und stellt den Fall als Teil einer größeren Entwicklung gegen demokratischen Widerspruch dar. Seine Unterstützer argumentieren, die Entscheidung spiegle einen wachsenden Trend wider, Einbürgerungsanträge abzulehnen – allein 2025 wurden in Deutschland 10.616 Anträge abgelehnt, obwohl die Zahl der Einbürgerungen im Vorjahr mit 291.959 einen Rekord erreichte.

Der Fall geht nun vor ein höheres Gericht, wo Bamdadi gegen die Ablehnung klagen wird. Seine Anwälte und Unterstützer warnen, das Urteil setze ein gefährliches Präzedenz für politische Aktivisten. Unterdessen hält die Debatte über Einbürgerungskriterien und Extremismus in Deutschland an.

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