Neues Gebäudeenergiegesetz bremst Klimaziele und verunsichert Kommunen
Neues Gebäudeenergiegesetz bremst Klimaziele und verunsichert Kommunen
Die Bundesregierung hat sich auf die Eckpunkte eines neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) verständigt. Die am 24. Februar 2026 vorgestellte Reform ersetzt das bisherige Gesetz durch ein "Gebäudemodernisierungsgesetz" (GMG). Kritiker warnen, die Änderungen würden den Fortschritt bei den Klimazielen bremsen und für Kommunen sowie Unternehmen Planungssicherheit zerstören.
Die überarbeitete Fassung wurde vor dem EU-Stichtag im Mai 2026 finalisiert, bis zu dem die aktualisierte Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) in nationales Recht umgesetzt werden muss. Ursprünglich hatte die Bundesregierung eine Kabinettsentscheidung noch bis Ende Februar 2026 angestrebt. Die neuen Regeln könnten schärfere Energiestandards für Neubauten sowie eine Solarpflicht für Wohngebäude einführen.
Energieministerin Thekla Walker lehnt die Änderungen vehement ab. Sie argumentiert, die verlängerte Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten werde die Kosten in die Höhe treiben, da "grünes Öl" knapper und teurer werde. Zudem betont Walker, dass eine zehnprozentige Biomethan-Quote riesige neue Energiepflanzenplantagen erfordern würde – Flächen, über die Baden-Württemberg nicht verfüge.
Die Reform stellt die Kommunen vor große Herausforderungen. Viele hatten ihre Wärmewende-Pläne auf Basis des alten GEG-Rahmens erarbeitet, der nun durch die Neuregelungen unterlaufen wird. Ohne klare Ziele oder Zwischenziele werde es nahezu unmöglich, Investitionen in Wärmenetze oder die Modernisierung der Gasinfrastruktur zu begründen.
Das Handwerk rechnet mit einem deutlichen Rückgang der Nachfrage nach neuen Heizsystemen. Da konkrete Klimavorgaben entfallen, werden weniger Hausbesitzer ihre Anlagen erneuern müssen. Diese Entwicklung könnte Betriebe destabilisieren, die sich auf einen Boom bei der Installation klimafreundlicher Heizungen eingestellt hatten.
Das überarbeitete GEG tritt nach EU-Zustimmung und nationaler Umsetzung in Kraft. Die Kommunen müssen nun ihre Wärmewende-Strategien ohne verlässliche Daten oder Förderanreize neu bewerten. Gleichzeitig bereitet sich das Handwerk auf einen Einbruch bei Aufträgen vor, da klimabedingte Modernisierungen künftig freiwillig statt verpflichtend sind.
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