Traditionsunternehmen Güntert Präzisionstechnik meldet überraschend Insolvenz an
Traditionsunternehmen Güntert Präzisionstechnik meldet überraschend Insolvenz an
Güntert Präzisionstechnik GmbH meldet Insolvenz an
Die Güntert Präzisionstechnik GmbH, ein langjähriger Zulieferer für die Automobil- und Maschinenbauindustrie, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das seit 1987 unter seinem aktuellen Namen firmiert, reichte am 24. Februar 2026 einen Antrag auf Eigenverwaltung beim zuständigen Amtsgericht ein. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten werde der Betrieb während des Verfahrens wie gewohnt weitergeführt, hieß es.
Das 1946 gegründete Unternehmen gerät zunehmend unter Druck, da seine wichtigsten Abnehmerbranchen mit Absatzproblemen kämpfen. In den vergangenen zwei Jahren verzeichneten die deutsche Automobil- und Maschinenbauindustrie deutliche Rückgänge: Allein im Juli 2025 brach die Stahlproduktion um 13,7 Prozent ein. Auch die Erzeugung von Metallen und Elektroprodukten sank im ersten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent. Diese wirtschaftlichen Herausforderungen setzen Zulieferer wie Güntert zu, die in den letzten Jahren ihre Kapazitäten ausgebaut hatten – darunter 2020 die Einführung des spitzenlosen Einstechschleifens und 2021 die Anschaffung einer automatisierten Hartdrehmaschine.
Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Anwalt Dirk Pehl von der Kanzlei Schultze & Braun bestellt. Die 162 Mitarbeiter des Unternehmens erhalten für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit ihre Gehälter weiter. Die Geschäftsführung betonte, das Ziel sei es, das Unternehmen im 80. Jahr seines Bestehens durch eine Restrukturierung zu stabilisieren.
Das Insolvenzverfahren wird in Eigenverwaltung durchgeführt, sodass Güntert Präzisionstechnik GmbH den Betrieb aufrechterhalten und nach einer langfristigen Lösung suchen kann. Mit gesicherten Löhnen für die Belegschaft und laufender Produktion konzentriert sich das Unternehmen nun auf die Neuausrichtung, um die schwierige Marktlage zu meistern. Der Erfolg hängt dabei sowohl von einer Erholung der Branche als auch von der Umsetzung der finanziellen Sanierung ab.
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