Revolutionärer 3D-Drucker in Stuttgart beschleunigt Autoentwicklung radikal
Karl-Friedrich WielochRevolutionärer 3D-Drucker in Stuttgart beschleunigt Autoentwicklung radikal
Hochmoderner 3D-Drucker bei Arena2036 in Stuttgart installiert
In Stuttgart wurde bei Arena2036 ein innovativer 3D-Drucker in Betrieb genommen, der mit zwei leistungsstarken Faserlasern die Herstellung von Kunststoffteilen für Autos beschleunigen soll. Ziel der Forscher ist es, sowohl Zeit als auch Kosten bei der Entwicklung neuer Fahrzeugkomponenten deutlich zu reduzieren.
Der neue Drucker ist Teil eines Projekts unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), das die Fertigung von Kunststoffteilen im Automobilbau verbessern will. Bisher kommt der 3D-Druck vor allem für Prototypen zum Einsatz, während Vorserienteile meist im Spritzgussverfahren hergestellt werden. Das Team möchte dies ändern, indem es den Druckprozess schneller und zuverlässiger macht.
Anders als ältere Systeme mit CO-Lasern nutzt die neue Anlage Faserlaser mit höherer Leistung und präziserem Fokus. Dadurch können Bauteile in Wochen statt in Monaten gefertigt werden. Ein Sensor überwacht den Prozess zudem in Echtzeit, indem er reflektierte Lasersignale auswertet.
Als Material kommt ein spezielles Polypropylen-Pulver zum Einsatz, das mit winzigen Glaspartikeln angereichert ist. Diese Mischung verleiht den fertigen Teilen eine höhere Steifigkeit und Haltbarkeit. Noch wird das Verfahren optimiert, um sicherzustellen, dass die gedruckten Komponenten exakte Form- und Qualitätsstandards erfüllen.
Sobald der Prozess ausgereift ist, könnte sich die Produktionszeit von sechs Monaten auf nur zwei bis drei Wochen verkürzen. Dennoch würde für die Serienfertigung nach der Entwicklungsphase weiterhin das klassische Spritzgussverfahren zum Einsatz kommen.
Die Technologie verspricht, den Weg von der Konstruktion bis zur Erprobung von Autoteilen deutlich zu beschleunigen. Durch kürzere Entwicklungszeiten und geringere Kosten könnte sie die Art und Weise verändern, wie Automobilhersteller neue Modelle entwickeln. Derzeit liegt der Fokus jedoch darauf, das Verfahren zu perfektionieren, bevor es in größerem Maßstab eingesetzt wird.






