Revolution in Mannheim: Aus Abwasser wird klimaneutrales Methanol für Schiffe und Flugzeuge
Svenja HeringRevolution in Mannheim: Aus Abwasser wird klimaneutrales Methanol für Schiffe und Flugzeuge
Neue Pilotanlage in Mannheim verwandelt Abwasser in klimaneutrales Methanol
In einer innovativen Pilotanlage in Mannheim wird Abwasser zu klimaneutralem Methanol verarbeitet. Betrieben wird die Anlage von ICODOS, einem Unternehmen, das mit einem neuartigen Verfahren CO₂-Emissionen reduziert und gleichzeitig einen sauberen Kraftstoffalternativ liefert. Die Technologie könnte eine nachhaltige Lösung für Branchen bieten, die ihre Klimabilanz verbessern müssen.
ICODOS entstand 2020 als Ausgründung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und spezialisiert sich auf die dezentrale Herstellung von Methanol – einem Schlüsselmaterial für Schifffahrt, Luftfahrt und chemische Industrie. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden verzichtet das Verfahren auf komplexe Zwischenprozesse und arbeitet unter energiearmen Bedingungen.
Die Anlage in Mannheim nutzt Biogas aus Abwasser, das mit grünem Wasserstoff zu Methanol kombiniert wird. Dieser Prozess reduziert nicht nur Emissionen, sondern macht auch lange Transportwege überflüssig und senkt so die Logistikkosten. Der entstehende Kraftstoff ist mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren kompatibel und damit eine praktikable Option für die Schifffahrts- und Automobilbranche.
Die Schifffahrt allein verursacht etwa drei Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Durch die Vor-Ort-Produktion von Methanol will ICODOS eine effiziente und skalierbare Alternative zu fossilen Brennstoffen anbieten. Das Unternehmen plant nun, seine Technologie in weiteren Kläranlagen Europas einzuführen.
Die Pilotanlage markiert einen Schritt hin zu sauberer Kraftstoffproduktion ohne Abhängigkeit von biologischen Rohstoffen. Das Verfahren von ICODOS ermöglicht die lokale Herstellung von erneuerbarem Methanol und senkt sowohl Kosten als auch Emissionen. Bei einer Ausweitung könnte dieser Ansatz Branchen helfen, Klimaziele zu erreichen – und das bei Nutzung der bestehenden Motoreninfrastruktur.






