20 April 2026, 04:19

Wie Y-TITTY 2012 mit dem Anti-Schnuten-Tag das Internet aufmischte

Plakat für "Pan: Eine Satirezeitschrift" mit einer Person in weißem Hemd mit kurzen dunklen Haaren und ernstem Gesichtsausdruck vor einem weißen Hintergrund mit fetter schwarzer zentrierter Schrift.

Wie Y-TITTY 2012 mit dem Anti-Schnuten-Tag das Internet aufmischte

Eine skurrile Online-Bewegung entstand 2012, als das deutsche Comedy-Trio Y-TITTY den ersten "Anti-Schnuten-Tag" ins Leben rief. Die am 22. Juli stattfindende Aktion sollte dem beliebten Social-Media-Pose-Trend namens Schnutenlook – im Englischen als Duckface bekannt – ein Ende bereiten. Tausende machten mit und tauschten ihr Profilbild gegen ein spezielles Abzeichen aus.

Beim Schnutenlook werden die Lippen gespitzt und die Wangen eingezogen – eine Pose, die vor allem von jungen Frauen auf Plattformen wie Facebook häufig gezeigt wurde. Um dagegenzuhalten, rief Y-TITTY den Anti-Schnuten-Tag ins Leben und ermutigte die Nutzer, auf die Pose zu verzichten und stattdessen ein eigens entworfenes Abzeichen als Profilbild zu verwenden.

Die Kampagne verbreitete sich rasant: Allein im ersten Jahr beteiligten sich rund 21.000 Menschen. Y-TITTY veröffentlichte sogar eine Hymne auf YouTube, die die spielerische, aber pointierte Botschaft der Bewegung unterstrich. Interessanterweise fällt das gewählte Datum, der 22. Juli, auch mit dem "Pi-Näherungstag" zusammen, der an die Berechnung der Kreiszahl Pi durch Archimedes als 22/7 erinnert.

Mit einer Mischung aus Humor und gesellschaftlicher Kritik verwandelte das Trio einen harmlosen Scherz in einen viralen Aufruf zum Umdenken. Das Abzeichen wurde für kurze Zeit zum weitverbreiteten Ersatz für Schnuten-Selfies in den sozialen Medien.

Die Aktion hinterließ Spuren als eine der ersten internetbasierten Herausforderungen gegen Social-Media-Trends. Zwar ist der Schnutenlook nach wie vor verbreitet, doch der Anti-Schnuten-Tag zeigte, wie sich Online-Communities um eine gemeinsame Idee versammeln können. Sein Vermächtnis lebt weiter in den Archiven der frühen Internetkultur der 2010er-Jahre.

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