17 March 2026, 10:19

Vom Bayerischen Wald nach Leonberg: Das politische Aus der "singenden Bürgermeisterin"

Altes Schwarz-Weiß-Foto vom 'Berliner Wespen, 6. August 1875' mit einer Gruppe von Menschen in Not, einige schauen ängstlich hoch, andere verwirrt runter.

Vom Bayerischen Wald nach Leonberg: Das politische Aus der "singenden Bürgermeisterin"

Josefa von Hohenzollern, einst als "singende Bürgermeisterin" von Kollnburg bekannt, versuchte, das höchste politische Amt in Leonberg zu erlangen. Ihr Wahlkampf folgte einem Umzug aus Bayern, nachdem sie 2020 die Wiederwahl verloren hatte. Doch ihr Vorhaben scheiterte mit nur 11 Prozent der Stimmen in einer Wahl, die die lokale Politik neu prägte.

Erstmals auf sich aufmerksam gemacht hatte von Hohenzollern als Bürgermeisterin von Kollnburg im Bayerischen Wald, wo sie durch ihre musikalischen Auftritte den Spitznamen "singende Bürgermeisterin" erhielt. 2020 jedoch verfehlte sie die Wiederwahl und zog nach Leonberg. Dort schrieb sie 2021 Geschichte, als sie zur ersten Bürgermeisterin und stellvertretenden Bürgermeisterin der Stadt gewählt wurde.

Ihre politischen Ambitionen wuchsen im Juni, als sie ihre Kandidatur für das Amt der Oberbürgermeisterin bekannt gab. Die Wahl wurde nötig, nachdem Amtsinhaber Martin Cohn auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte. Doch kurz nach ihrer Ankündigung traf sie ein schwerer Schicksalsschlag: Ihr Ehemann, Harald von Hohenzollern, starb unerwartet in Namibia.

Während des Wahlkampfs versprach sie, ein besseres Gleichgewicht zwischen Kommunalpolitik und Familienleben zu schaffen. Kontroversen gab es, als sie eine Coverversion von Rainhard Fendrichs Lied Weus'd a Herz hast wia a Bergwerk veröffentlichte – die Reaktionen darauf fielen gemischt aus. Das Wahlergebnis war eindeutig: Tobias Degode (CDU) siegte mit rund 51 Prozent der Stimmen, Marion Beck (Grüne) erreichte 32 Prozent. Von Hohenzollern kam lediglich auf 11 Prozent.

Bis 2023 war ihre politische Karriere in Leonberg ins Stocken geraten. Bürgermeister Martin Cohn entband sie noch im selben Jahr von ihren Pflichten. Die politische Landschaft veränderte sich daraufhin deutlich: Bei den Wahlen 2026 lieferten sich FW Leonberg und CSU ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Schließlich gewann Johann Burger (FW Leonberg) die Oberbürgermeisterwahl am 8. März 2026 mit 61,0 Prozent gegen Josef Weiß (CSU), der auf 39,0 Prozent kam. Die Sitze im Gemeinderat teilten sich beide Parteien mit je sechs Mandaten.

Von Hohenzollerns Bewerbung um das Oberbürgermeisteramt in Leonberg endete mit einer klaren Niederlage und markierte damit das Ende ihres politischen Engagements in der Stadt. Die Wahlen 2026 festigten eine neue Richtung für Leonberg, mit Johann Burger als neuem Bürgermeister und einem gleichmäßig besetzten Gemeinderat. Ihre Zeit in der Kommunalpolitik, die einst von Premieren und Kontroversen geprägt war, endete ohne den ersehnten Spitzenposten.

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