27 March 2026, 18:21

Schweiz kehrt nach Jahren der Isolation zu Horizon Europe zurück – doch die Volksabstimmung entscheidet

Ein Plakat, das eine detaillierte Karte von Europa zeigt, auf der die Mitgliedstaaten der Europäischen Union einschließlich ihrer Grenzen, Großstädte, Flüsse und geografische Merkmale hervorgehoben sind, begleitet von Text mit Ländernamen und zusätzlichen Informationen.

Schweiz kehrt nach Jahren der Isolation zu Horizon Europe zurück – doch die Volksabstimmung entscheidet

Die Schweiz hat nach Jahren eingeschränkten Zugangs eine Übergangsvereinbarung für die Rückkehr zu Horizon Europe, dem Flaggschiff-Forschungsprogramm der EU, ausgehandelt. Die am 1. Januar 2025 in Kraft getretene Einigung ist das Ergebnis monatelanger Verhandlungen und markiert einen bedeutenden Schritt für Schweizer Forscherinnen und Forscher. Gleichzeitig drängen regionale Führungskräfte aus der Schweiz und Deutschland auf eine Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit – kurz vor einer entscheidenden Volksabstimmung über die künftigen EU-Beziehungen des Landes.

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Der Durchbruch gelang im Dezember 2024, als die Verhandlungen zum Bilaterale-III-Paket mit einer Übergangsregelung abgeschlossen wurden. Diese ermöglicht der Schweiz die vollständige Wiederherstellung ihres Begünstigtenstatus in Horizon Europe, einschließlich der Möglichkeit, Projekte zu leiten und Fördergelder des Europäischen Forschungsrats (ERC) zu beantragen – Rechte, die das Land 2021 nach der Herabstufung zum Drittstaat verloren hatte. Bis November 2025 unterzeichnete die Schweiz ein formelles Assoziierungsabkommen, das rückwirkend zum 1. Januar 2025 den Anschluss an Horizon Europe, Euratom und Digitales Europa regelt. Die Vereinbarung sieht verbindliche finanzielle Beiträge vor; allein für 2026 hat die Schweiz 98 Millionen Schweizer Franken zugesagt. Die endgültige Ratifizierung steht jedoch noch aus und hängt von der parlamentarischen Zustimmung ab, die für März 2026 erwartet wird.

Regionale Verantwortungsträger zeigen sich überzeugt von der Notwendigkeit einer vertieften Zusammenarbeit. Anlässlich eines Treffens im Vorfeld der Deutsch-Französisch-Schweizerischen Oberrheinkonferenz (ORK) 2025 kündigte Dr. Conradin Cramer, Regierungspräsident des Kantons Basel-Stadt, an, die Schweiz-EU-Beziehungen als prioritäres Thema auf die Agenda zu setzen. Er betonte die zentrale Rolle der Grenzregionen bei der Meinungsbildung vor der anstehenden nationalen Volksbefragung zu einem neuen EU-Abkommenspaket. Dieter Egli, Landammann des Kantons Aargau, begrüßte die Rückkehr der Schweiz zu Horizon Europe und unterstrich das gemeinsame Engagement für die Intensivierung der grenzüberschreitenden wirtschaftlichen und sozialen Verbindungen.

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, schloss sich dieser Haltung an und plädierte angesichts globaler Unsicherheiten für stabile Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU. Markus Dieth, Regierungsrat des Kantons Aargau, ergänzte, dass Kantone und angrenzende EU-Regionen entschlossen seien, einen dauerhaften Kooperationsrahmen zu schaffen. Nun rückt die Volksabstimmung in den Fokus, bei der die Grenzgemeinden voraussichtlich eine Schlüsselrolle für die langfristige Position der Schweiz in den europäischen Forschungs- und politischen Strukturen spielen werden.

Die Wiedereingliederung der Schweiz in Horizon Europe ist damit eingeleitet: Die Finanzierung ist gesichert, der Zugang teilweise wiederhergestellt. Als nächste Hürde steht die parlamentarische Ratifizierung im März 2026 an, gefolgt von der Volksabstimmung über umfassendere EU-Abkommen. Für Grenzregionen wie Basel-Stadt, Aargau und Baden-Württemberg wird das Ergebnis über die Zukunft grenzüberschreitender Projekte, Forschungspartnerschaften und wirtschaftlicher Zusammenarbeit entscheiden.

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