05 April 2026, 00:24

Revolutionärer Bio-Beton aus Urin: Forscher entwickeln nachhaltige Alternative für die Baubranche

Großer Haufen aus Plastikmüll auf einer Zementwand mit einem Gebäude und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Revolutionärer Bio-Beton aus Urin: Forscher entwickeln nachhaltige Alternative für die Baubranche

Forscher der Universität Stuttgart haben einen umweltfreundlichen Bio-Beton entwickelt, der aus Urin hergestellt wird. Mit Hilfe mikrobieller Prozesse hat das Team eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Beton geschaffen. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift npj Materials Sustainability unter dem Titel "Hochfester Bio-Beton für die Herstellung von Bauteilen" veröffentlicht.

Das Projekt mit dem Namen SimBioZe vereint drei Institute der Universität Stuttgart sowie das Zentrum für Ökologischen Landbau der Universität Hohenheim. Gefördert wird es vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Erste Tests zeigen, dass der Bio-Beton Druckfestigkeiten von bis zu 50 Megapascal erreichen kann – vergleichbar mit einigen konventionellen Materialien.

Im Gegensatz zu Standardbeton, dessen Herstellung enorme Energiemengen verbraucht und hohe Treibhausgasemissionen verursacht, entsteht dieser Bio-Beton durch Biomineralisation. Bakterien im Urin lösen eine Reaktion aus, die Sandpartikel bindet und so ein festes Material bildet. Das Verfahren lässt sich zudem in eine Kreislaufwirtschaft einbinden, da überschüssiges Abwasser in Düngemittel umgewandelt werden kann.

Die Initiative hat bereits das Interesse der BioRegio STERN in Baden-Württemberg geweckt. Regionale Partner sehen Potenzial darin, Abwasserbehandlung, Bio-Beton-Produktion und Düngemittelherstellung zu verknüpfen. Aufgrund der vielversprechenden Anfangserfolge wurde das Projekt nun um drei weitere Jahre verlängert. Die Forscher werden die Produktionsmethoden verfeinern und das Material unter realen Bedingungen am Flughafen Stuttgart testen.

Bei einer Skalierung könnte Bio-Beton bestimmte Sandstein- und Zementprodukte ersetzen. Dies würde den CO₂-Fußabdruck der Bauindustrie verringern und Abfallströme in wertvolle Ressourcen umwandeln. Im Rahmen des verlängerten Projekts liegt der Fokus auf der Optimierung der Herstellung und dem Nachweis der Haltbarkeit des Materials in der Praxis. Angesichts der überzeugenden ersten Ergebnisse und der regionalen Unterstützung könnte Bio-Beton bald eine grüne Alternative für die Baubranche bieten. Die nächste Phase wird zeigen, ob eine großflächige Einführung machbar ist.

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