Polizei Pforzheim erinnert mit Humor ans umstrittene Rechtsfahrgebot – und löst Debatte aus
Karl-Friedrich WielochPolizei Pforzheim erinnert mit Humor ans umstrittene Rechtsfahrgebot – und löst Debatte aus
Die Polizei in Pforzheim hat eine Debatte ausgelöst, nachdem sie mit Humor an die deutsche "Rechtsfahrgebot"-Regel erinnert hat. Ihr Beitrag in den sozialen Medien zu diesem Thema sorgte sowohl für Zustimmung als auch für Kritik. Die Kampagne rückt ein weitverbreitetes Ärgernis auf mehrspurigen Straßen in den Fokus: Autofahrer, die sich unnötig auf der mittleren Spur aufhalten.
Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) regelt in §2 klar, dass Fahrzeuge möglichst weit rechts fahren müssen. Auf zweispurigen Straßen ist die Regel einfach – man bleibt rechts, wenn die Spur frei ist. Bei dreispurigen Straßen gilt eine leichte Anpassung: Autofahrer dürfen auf der mittleren Spur bleiben, wenn ein sofortiges Rechtsfahren sie zwingen würde, kurz darauf wieder einzufädeln.
Das Blockieren der mittleren Spur kann gefährliche Situationen schaffen. Es erhöht das Unfallrisiko für den Fahrer selbst und andere Verkehrsteilnehmer, führt oft zu Drängelei, riskanten Spurwechseln oder abruptem Bremsen. Solches Verhalten ist illegal und wird bestraft – ebenso wie das Überholen auf der rechten Spur, außer in bestimmten Fällen wie innerstädtischen Bereichen mit markierten Spuren oder in der Nähe von Ampeln.
Christian Schulze, Pressesprecher der Pforzheim Polizei, ist überzeugt, dass Humor ein wirksames Mittel ist, um das Problem anzugehen. Unterdessen vermutet Josef Grüneichler, Gründer einer Nichtregierungsorganisation, die Mittelspurfahrer berät, dass einige Autofahrer aus einem empfundenen Bedürfnis nach zusätzlicher Sicherheit auf der mittleren Spur bleiben.
Bußgelder für das Überholen auf der rechten Spur beginnen bei 30 Euro innerorts und 100 Euro außerorts, dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Dennoch sorgen langsame Fahrer, die die mittlere Spur blockieren, obwohl die rechte frei ist, weiterhin für Frust bei anderen Verkehrsteilnehmern.
Die Kampagne der Pforzheim Polizei hat ein langjähriges Verkehrssicherheitsproblem wieder in den Mittelpunkt gerückt. Zwar sind die Regeln klar, doch bleiben konsequente Kontrollen und öffentliche Aufklärung entscheidend. Wer das Rechtsfahrgebot ignoriert, riskiert nicht nur Bußgelder und Punkte, sondern schafft vor allem gefährliche Bedingungen für alle auf der Straße.






