Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 und plant Kulturzentrum im Kosovo
Marika HeinzPetrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 und plant Kulturzentrum im Kosovo
Der kosovarische Künstler Petrit Halilaj hat den Nasher-Preis 2027 gewonnen und ist mit 39 Jahren der jüngste Preisträger in der Geschichte der Auszeichnung. Seine Werke setzen sich häufig mit dem Kontrast zwischen kindlicher Unschuld und den harten Realitäten des Krieges auseinander – geprägt von seiner Jugend im Kosovo während des Konflikts der 1990er-Jahre. Das mit 100.000 Dollar dotierte Preisgeld wird seine Bemühungen unterstützen, ein Kunstzentrum in seiner Heimatstadt wiederzubeleben.
Halilaj folgt auf vier frühere Nasher-Preisträger: den Spanier Manuel Algudí sowie die US-Amerikaner Theaster Gates und Simone Leigh und die aus der Dominikanischen Republik stammende Firelei Báez. Seine Auszeichnung unterstreicht die wachsende Anerkennung des Preises für Künstler, die sich in ihrem Schaffen mit gesellschaftlichen und historischen Themen beschäftigen.
Der Künstler plant, das Preisgeld der Hajde! Foundation zukommen zu lassen, einer gemeinnützigen Organisation, die er mitgegründet hat. Die Stiftung restauriert derzeit das Haus der Kultur in seiner Heimatstadt und will es 2027 wiedereröffnen. Halilaj stellt sich den Ort als offenen Begegnungsraum für Menschen verschiedener ethnischer Hintergründe und Minderheitengruppen vor.
Seine Kunst verbindet oft persönliche und kollektive Erinnerungen an den Konflikt mit verspielt anmutenden Elementen, die zugleich tiefgründige Reflexionen über Vertreibung und Identität anstoßen. Die prägenden Erfahrungen seiner Kindheit im von Unruhen geprägten Kosovo der 1990er-Jahre spiegeln sich bis heute in seinem künstlerischen Ansatz wider – etwa in Installationen und Skulpturen, die Fantasie mit schonungsloser Realität verschmelzen.
Mit dem Nasher-Preis kann Halilaj die Arbeit der Hajde! Foundation ausbauen und das Haus der Kultur zu einem lebendigen Kunstort entwickeln. Das wiedereröffnete Zentrum soll Kreativität und Dialog zwischen den verschiedenen Gemeinschaften im Kosovo fördern. Die Neueröffnung 2027 wird für lokale Künstler und Bewohner gleichermaßen einen neuen Abschnitt einläuten.






