23 May 2026, 16:24

Orange Bänke gegen Gewalt werden zunehmend Ziel antifeministischer Angriffe

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Orange Bänke gegen Gewalt werden zunehmend Ziel antifeministischer Angriffe

Orangefarbene Bänke als Symbol gegen geschlechtsspezifische Gewalt in ganz Deutschland beschmiert und zerstört

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In Osnabrück wurde eine der Bänke mit Graffiti übersprüht, in Wiesbaden wurde eine weitere komplett gestohlen. Diese Vorfälle spiegeln einen größeren Anstieg antifeministischer Angriffe auf Gleichstellungsinitiativen wider.

Doch das Problem geht über bloßen Vandalismus hinaus. Eine aktuelle Umfrage unter 350 Gleichstellungsbeauftragten ergab, dass 63 Prozent in ihrer Arbeit mit antifeministischer Feindseligkeit konfrontiert waren – 40 Prozent verzeichneten innerhalb von nur zwei Jahren sogar mehrere Vorfälle. Expert:innen warnen, dass sich der organisierte Widerstand gegen Frauen- und Queer-Rechte zunehmend über rechtsextreme Kreise hinaus ausbreitet.

Die orangefarbenen Bänke sind Teil der UN-Kampagne Orange the World, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht. Doch in Annweiler wurde die ursprüngliche Botschaft der Bank verfälscht, um stattdessen Gewalt zu propagieren. Solche Taten stehen für einen besorgniserregenden Trend: Allein 2024 dokumentierte die Meldestelle Antifeminismus 558 Vorfälle – im Schnitt fast zehn pro Woche.

Gleichstellungsbeauftragte sehen sich zunehmend Bedrohungen ausgesetzt. Eine Beauftragte in Baden-Württemberg berichtete, dass nach einem öffentlichen Statement zu einem brisanten Thema Rechtsextreme vor ihrer Haustür aufgetaucht seien. Andere klagen über Kürzungen ihrer Budgets, offene Feindseligkeit und mangelnde institutionelle Unterstützung. Die Lage hat sich so zugespitzt, dass der BAG-Kongress in Lübeck das Motto „Kurs halten in antifeministischen Gewässern“ wählte, um die Krise zu thematisieren.

Als Reaktion entwickeln die Beauftragten nun neue Strategien: Sie bilden Bündnisse, teilen Ressourcen und tauschen Taktiken aus, um antifeministischen Kampagnen entgegenzutreten. Judith Rahner, Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats, verweist auf die wachsende Reichweite der Bewegung. Was einst auf extremistische Gruppen beschränkt war, findet heute auch in der breiten Öffentlichkeit Anklang.

Die Schändung der orangefarbenen Bänke und die Zunahme gemeldeter Vorfälle zeigen, wie der Antifeminismus an Boden gewinnt. Trotz Kürzungen und persönlicher Risiken setzen Gleichstellungsbeauftragte ihre Arbeit fort. Ihr Einsatz für Vernetzung und Widerstand gegen die Feindseligkeit bleibt entscheidend – besonders angesichts des wachsenden Drucks.

Quelle