17 March 2026, 08:18

Hermann-Hesse-Bahn: Start verschiebt sich erneut auf 2026 – Kosten explodieren auf 207 Millionen

Schwarzes und weißes Foto eines Zuges auf Schienen umgeben von Bäumen, Pfählen und Oberleitungen mit Text unten.

Hermann-Hesse-Bahn: Start verschiebt sich erneut auf 2026 – Kosten explodieren auf 207 Millionen

Die lang ersehnte Reaktivierung der Hermann-Hesse-Bahn muss erneut verschoben werden. Ursprünglich für 2018 geplant, soll die Strecke nun erst im Januar 2026 den Betrieb aufnehmen. Die einst wichtige Verkehrsverbindung war seit 1988 stillgelegt, gilt aber heute als Vorbild für die Wiederbelebung alter Bahnstrecken in Südwestdeutschland.

Die Kosten für das Projekt sind dramatisch gestiegen: Aus zunächst veranschlagten 60 Millionen Euro sind mittlerweile 207 Millionen geworden – unter anderem wegen aufwendiger Umweltschutzmaßnahmen für die heimischen Fledermauspopulationen.

Die Hermann-Hesse-Bahn wurde 1872 eröffnet, doch die Bundesbahn stellte den Betrieb 1988 ein. Die Pläne zur Wiederinbetriebnahme reichen Jahre zurück; ursprünglich sollte die Strecke 2018 für rund 60 Millionen Euro reaktiviert werden. Doch sowohl der Zeitplan als auch die Kosten haben sich seitdem deutlich ausgeweitet.

Die Bauarbeiten zwischen Calw und Weil der Stadt sollen nun bis Anfang Dezember 2025 abgeschlossen sein. Der Vollbetrieb bis Renningen wird jedoch erst im Juni 2026 aufgenommen. Das Projekt sah sich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, darunter notwendige Naturschutzauflagen – insbesondere zum Schutz der Fledermäuse –, die die Gesamtkosten in die Höhe trieben.

Trotz der Verzögerungen und steigenden Ausgaben bleibt die Strecke ein zentrales Vorhaben für den Regionalverkehr. Sie gilt als Pionierprojekt für die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken in Südwestdeutschland und könnte als Vorbild für künftige Initiativen dienen.

Wenn die Hermann-Hesse-Bahn im Januar 2026 endlich wiedereröffnet wird, verkehrt sie zunächst nur zwischen Calw und Weil der Stadt. Die verlängerte Bauzeit und die höheren Kosten spiegeln sowohl technische Hürden als auch ökologische Rücksichtnahme wider. Sobald die Strecke voll funktionsfähig ist, wird sie nach Jahrzehnten der Schließung wieder eine wichtige Verkehrsanbindung für die Region bieten.

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