Haushaltsentwurf 2027: Wirtschaft und Gewerkschaften üben harsche Kritik
Karl-Friedrich WielochHaushaltsentwurf 2027: Wirtschaft und Gewerkschaften üben harsche Kritik
Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2027 steht sowohl bei Wirtschaftsverbänden als auch bei Gewerkschaften in scharfer Kritik. Der wirtschaftsnahe CDU-Wirtschaftsrat bezeichnete den Plan als "nur auf dem Papier ausgeglichen", während Gewerkschaften vor drastischen Kürzungen im öffentlichen Sektor warnten.
Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, nannte den Haushalt "katastrophal". Er kritisierte, dass dieser "viele Ideen für neue Einnahmen, aber kaum Einsparungen" enthalte. Steiger zufolge habe die Regierung strukturelle Reformen vernachlässigt, sodass Haushaltslücken ungelöst blieben und die Schuldenrückführung aufgeschoben werde.
Trotz der behaupteten Haushaltsdisziplin sollen sowohl die Ausgaben als auch die Nettokreditaufnahme deutlich steigen. Steiger betonte zudem, dass es an wirksamen Sparmaßnahmen fehle – stattdessen werde die finanzielle Belastung in die Zukunft verschoben.
Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) teilte diese Bedenken und bezeichnete den Haushalt als "Angriff auf den Sozialstaat". Stefan Körzell, Mitglied des DGB-Bundesvorstands, warf der Regierung vor, in fast allen Bereichen Sparpolitik zu betreiben – mit Ausnahme der Verteidigung. Die Maßnahmen würden "weitere Verunsicherung schüren" und die Kaufkraft der Verbraucher schwächen, so Körzell.
Er warnte zudem, dass der Haushalt die wirtschaftliche Erholung gefährde, indem er die Kaufkraft untergrabe. Beide Seiten betonten, dass die Finanzstrategie der Regierung die Instabilität vertiefen könnte, statt langfristige Stabilität zu sichern.
Der Haushalt 2027 gerät damit zwischen die Fronten: Während die Wirtschaft strukturelle Reformen und Ausgabenkürzungen fordert, lehnen Gewerkschaften Sozialkürzungen ab. Ohne Nachbesserungen könnte der Plan weder breite Unterstützung finden noch seine finanziellen Ziele erreichen.






