22 April 2026, 04:23

Fuchsjagd in der Diskussion: Nützt sie dem Artenschutz wirklich nicht?

Schwarze und weiße Illustration eines Fuchses in einem bewaldeten Gebiet mit Bäumen und Pflanzen, mit der Überschrift "Der Fuchs und die Hunde" unten.

Fuchsjagd in der Diskussion: Nützt sie dem Artenschutz wirklich nicht?

Der Streit über die Fuchsjagd und ihre Auswirkungen auf bedrohte Arten hat sich in Deutschland zugespitzt. Die Organisation Wildtier-Schutz Deutschland widerspricht den Behauptungen des Landesjagdverbands Baden-Württemberg, wonach die Bejagung von Füchsen während der Paarungszeit dem Artenschutz diene. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob Raubtiere wie Füchse tatsächlich für den Rückgang von Bodenbrütern und Niederwild verantwortlich sind.

Der Jagdverband argumentiert seit Langem, dass eine Verkürzung der Schonzeit für Füchse – diese wurde 2020 von Ende Februar auf Mitte Februar vorverlegt – Arten wie Rebpoular und Kiebitz zugutekommen würde. Wildtier-Schutz Deutschland weist diese These jedoch als falsch zurück. Die Daten zeigen, dass Jäger in Baden-Württemberg zwischen 2015 und 2020 trotz aktiver Bejagung keine Fortschritte beim Schutz der Rebpoular erzielen konnten.

Vor 2015 gab es in Baden-Württemberg überhaupt keine Schonzeit für Füchse. Selbst ohne Einschränkungen gelang es den Jägern nicht, die Bestände der Rebpoular zu stabilisieren. Die Fuchsbestände in der Region sind in den letzten 25 Jahren nicht angestiegen – im Gegenteil, sie sind sogar zurückgegangen. Fachleute für Naturschutz betonen zudem, dass Raubtiere wie Füchse, Marder, Habichte und Uhus nicht die Hauptursache für den Rückgang der Bodenbrüter sind.

Die Diskussion flammt auf, während der Jagdverband weiterhin für eine kürzere Schonzeit plädiert. Kritiker verweisen darauf, dass die Massenabwanderung junger Füchse häufig während oder kurz vor der Paarungszeit stattfindet, bedingt durch erhöhten sozialen Druck. Studien legen hingegen nahe, dass die Stilllegung von 7 bis 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen für Renaturierungsmaßnahmen auf lange Sicht eine weitaus wirksamere Strategie zum Schutz bedrohter Arten wäre.

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Der Konflikt spiegelt die gegensätzlichen Ansätze im Wildtiermanagement wider: Während der Jagdverband auf die Regulierung der Fuchsbestände setzt, fordern Naturschutzorganisationen mehr Lebensraumschutz und nicht-tödliche Maßnahmen. Ohne Kurswechsel wird sich der Rückgang von Arten wie Rebpoular und Kiebitz voraussichtlich fortsetzen.

Quelle