Die Linke feiert historischen Zulauf in Süddeutschland – doch der Landtag bleibt fern
Marika HeinzDie Linke feiert historischen Zulauf in Süddeutschland – doch der Landtag bleibt fern
Die Linke verzeichnet starken Zulauf in Süddeutschland
In Süddeutschland hat Die Linke einen deutlichen Anstieg der Unterstützung erlebt. In Baden-Württemberg hat sich die Mitgliederzahl innerhalb von nur 18 Monaten mehr als verdoppelt – von 4.400 auf über 10.000. Bei den jüngsten Kommunalwahlen in Bayern errang die Partei zudem über 300 Mandate in Stadträten, was einer Verdopplung im Vergleich zu früheren Ergebnissen entspricht.
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 erreichte Die Linke 4,4 Prozent der Stimmen, nach 3,6 Prozent im Jahr 2021. Die Parteiführung hatte sich sechs bis sieben Prozent erhofft, was erstmals den Einzug in den Landtag bedeutet hätte. Trotz des verfehlten Ziels bezeichnete die Landesvorsitzende Ines Schwerdtner das Ergebnis als historischen Erfolg.
Besonders stark schnitt die Partei in Großstädten wie Freiburg, Tübingen, Heidelberg und Karlsruhe ab und lag dort über dem Landesdurchschnitt. Bei den jungen Wählern zwischen 16 und 24 Jahren kam Die Linke sogar auf 13 Prozent der Stimmen.
In Bayern fielen die Zugewinne bei den Kommunalwahlen noch deutlicher aus: Die Unterstützung stieg von etwa 87.000 auf rund 213.000 Wähler. Die Partei ist nun in 66 der 71 bayerischen Kreistage vertreten.
Vor der Wahl hatte Die Linke angekündigt, im Falle eines Einzugs ins Parlament ein Landesgesetz für höhere Löhne im öffentlichen Dienst vorzulegen. Politikanalysten raten der Partei nun, ihr Profil zu schärfen und ihre Anziehungskraft auf dem Land zu verstärken, um weitere Verluste in künftigen Wahlen zu vermeiden.
Der Mitgliederzuwachs und die gestiegene lokale Vertretung markieren eine Verschiebung in der süddeutschen Politiklandschaft. Mit stärkerer urbaner Unterstützung und einer jüngeren Wählerbasis hat die Partei eine Grundlage für kommende Wahlkämpfe geschaffen. Doch da der Einzug in den baden-württembergischen Landtag misslang, bleiben zentrale Vorhaben wie das geplante Tarifgesetz für den öffentlichen Dienst vorerst in der Warteschleife.