26 April 2026, 00:31

250 Menschen protestieren in Kreuzberg gegen rechtsextreme Plattform Nius

Schwarze und weiße Zeichnung einer Menge, die zwischen Gebäuden die Straße entlanggeht, mit Text oben und unten: "Die Unionistendemonstration, wie sie vom Western Mail Office aus gesehen wird."

250 Menschen protestieren in Kreuzberg gegen rechtsextreme Plattform Nius

Rund 250 Menschen nahmen am Samstag in Berlins Bezirk Kreuzberg an einer Protestveranstaltung gegen Nius teil, eine rechtsextreme Medienplattform. Die Kundgebung auf dem Dragonerareal umfasste Diskussionen über die Bekämpfung von Desinformation und die Verteidigung journalistischer Standards, während antifaschistische Aktivist:innen draußen Posten bezogen, um Störungen zu verhindern.

Die Veranstaltung markierte den Start eines lokalen Bündnisses namens "Nein zu Nius", das sich dem Einfluss der Plattform entgegenstellen will. Redner:innen bezeichneten Nius als ein "digitales Pranger" ("online pillory"), das rassistische Klischees verbreite und marginalisierte Gruppen gezielt angreife. Eine Aktivistin des "Widersetzen"-Bündnisses enthüllte, dass ein Nius-Mitarbeiter heimlich an ihren Treffen teilgenommen habe, um Teilnehmer:innen zu filmen.

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Guido Arnold vom technikkritischen Kollektiv capulcu sprach darüber, wie KI-Sprachmodelle und soziale Medien gemeinsame Wahrheiten untergraben. Seine Äußerungen folgten persönlichen Angriffen durch Nius. Die Moderatorin kritisierte später das Fehlen institutioneller Unterstützung für betroffene Gruppen und rief dazu auf, sich auf selbstorganisierten Widerstand zu verlassen.

Nius hatte die Veranstaltung im Vorfeld aggressiv beworben und die "Nein zu Nius"-Initiative als "linksextrem" und "steuerfinanziert" dargestellt. Trotz dieser Kampagne verlief die Kundgebung ohne Zwischenfälle. Teilnehmende diskutierten Strategien wie Solidaritätskampagnen, mediale Gegenwehr und Mobilisierung gegen rechtsextreme Medien.

Die Protestierenden kündigten zudem an, vor den Nius-Büros in der Ritterstraße in Kreuzberg zu demonstrieren. Die Plattform selbst kämpft um Reichweite und schafft es nicht unter die Top 100 der deutschen Onlinemedien; 2023 verbuchte sie einen Verlust von 13 Millionen Euro.

Die Kreuzberger Veranstaltung endete mit Aufrufen zu anhaltendem Widerstand gegen Nius und dessen Methoden. Die Organisator:innen betonten die Notwendigkeit kollektiven Handelns, während die begrenzte Reichweite und die finanziellen Probleme der Plattform thematisiert wurden. In den kommenden Wochen sind weitere Proteste geplant.

Quelle