Zwei tödliche Angriffe auf Bahnmitarbeiter erschüttern Deutschland in einer Woche
Karl-Friedrich WielochZwei tödliche Angriffe auf Bahnmitarbeiter erschüttern Deutschland in einer Woche
Zwei brutale Angriffe auf Zugbegleiter haben Deutschland in den letzten Tagen erschüttert. Bei einem Vorfall wurde ein 42-jähriger Mitarbeiter nach einer Auseinandersetzung mit einem Schwarzfahrer in der Nähe von Crailsheim schwer verletzt. Nur Tage zuvor war ein weiterer Zugbegleiter nach einem separaten Angriff bei Landstuhl seinen Verletzungen erlegen.
Die Vorfälle ereignen sich zu einem Zeitpunkt, an dem offizielle Zahlen einen drastischen Anstieg von Bedrohungen und Gewalt gegen Mitarbeiter der Deutschen Bahn im ganzen Land zeigen.
Der jüngste Angriff geschah in einem Zug zwischen Stuttgart und Crailsheim. Ein 21-jähriger Mann mit pakistanischer Staatsbürgerschaft wurde aggressiv, als der Zugbegleiter ihn ohne gültigen Fahrausweis nicht aussteigen ließ. Der Verdächtige überfiel daraufhin die Mitarbeiterin, spuckte ihr auf das Bein und versuchte, sie mit einer Flasche zu schlagen, bevor er floh. Die aus Mazedonien stammende Zugbegleiterin erstattete am folgenden Tag Anzeige bei der Polizei.
Nur wenige Tage zuvor war der 34-jährige Serkan Çalar in der Nähe von Landstuhl in Rheinland-Pfalz tödlich verletzt worden. Der zweifache Vater, der gerade seine Hochzeit geplant hatte, wurde von einem 26-jährigen Griechen ohne festen Wohnsitz angegriffen. Çalar erlitt eine Hirnblutung und starb später im Krankenhaus. Sein Vater erlitt nach der schockierenden Nachricht einen Herzinfarkt. Der Verdächtige wurde inzwischen in Untersuchungshaft genommen.
Daten des Bundesinnenministeriums bestätigen einen besorgniserregenden Trend: Zwischen Januar und Oktober 2025 registrierte die Polizei 2.987 Vorfälle gegen Bahnmitarbeiter, darunter 1.231 körperliche Angriffe und 324 Fälle von schwerer Körperverletzung. Die Deutsche Bahn selbst meldete für das gesamte Jahr 2025 über 3.000 Angriffe. Vollständige Statistiken für den Zwölfmonatszeitraum bis Februar 2026 liegen jedoch noch nicht vor.
Die beiden jüngsten Angriffe unterstreichen die wachsenden Gefahren, denen Zugpersonal in Deutschland ausgesetzt ist. Beide Verdächtigen befinden sich nun in Polizeigewahrsam, während die Ermittlungen andauern. Bahnmitarbeiter bleiben einem hohen Risiko ausgesetzt – mit tausenden gemeldeten Vorfällen pro Jahr.






