Autozulieferer ZF kündigt umfassendes Sparprogramm an - Allianz mit Mitarbeitern - ZF einigt sich mit Belegschaft auf radikale Sparmaßnahmen bis 2030
ZF hat mit seiner Belegschaft eine weitreichende Vereinbarung zur Kostensenkung abgeschlossen, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Das Paket umfasst Stellenabbau, angepasste Arbeitszeiten und verschobene Lohnerhöhungen. Sowohl die Unternehmensführung als auch Gewerkschaftsvertreter bezeichnen den Plan als entscheidenden Schritt für die langfristige Stabilität.
Die Einigung folgt auf die Ankündigung von ZF im Sommer 2024, bis 2028 weltweit 14.000 Arbeitsplätze abzubauen. Nun sollen davon 7.600 Stellen bis 2030 im größten Unternehmensbereich, der als Bereich E bekannt ist, entfallen. Das Unternehmen betont, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen und setzt stattdessen auf Vorruhestand, Abfindungsregelungen und Umschulungsprogramme.
In der Sparte Elektromobilität werden die Arbeitszeiten bis Ende 2027 um etwa sieben Prozent reduziert. Trotz früherer Überlegungen wird dieser Bereich nicht ausgegliedert, wie ZF bestätigte. Eine geplante Lohnerhöhung von 3,1 Prozent, ursprünglich für April 2026 vorgesehen, wurde zudem auf Oktober verschoben – eine Maßnahme, die rund 500 Millionen Euro einsparen soll.
Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg, begrüßte die Vereinbarung als wichtiges Signal für die Beschäftigten, das Planungssicherheit biete. Sie ist überzeugt, dass die Maßnahmen ZF auch in den kommenden Jahren als attraktiven Arbeitgeber positionieren. Vorstandsvorsitzender Mathias Miedreich nannte das Abkommen einen "Meilenstein", um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Marktposition des Unternehmens zu festigen.
Die Änderungen werden in den nächsten Jahren schrittweise umgesetzt. Kürzere Arbeitszeiten und aufgeschobene Gehaltserhöhungen sollen die Kosten deutlich senken. ZF bleibt dabei darauf bedacht, die Belegschaft zu halten, während es sich gleichzeitig an die finanziellen Herausforderungen anpasst. Wie sich die Anpassungen konkret auf die Produktivität an Standorten wie Friedrichshafen auswirken, hat das Unternehmen bisher nicht detailliert dargelegt.