Windenergie in Dermbach: Bürger fordern mehr Mitsprache bei umstrittenen Plänen
Svenja HeringWindenergie in Dermbach: Bürger fordern mehr Mitsprache bei umstrittenen Plänen
In der Gemeinde Dermbach fand am Montagabend eine öffentliche Versammlung im Rittersaal statt. Rund 100 Personen nahmen teil, darunter Gemeinderäte und Vertreter einer lokalen Bürgerinitiative. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die regionalen Pläne zur Windenergie sowie das ausgewiesene Vorranggebiet W 14.
Landrat Dr. Michael Brodführer und Bürgermeister Thomas Hugk eröffneten die Veranstaltung mit dem Hinweis, dass die Windenergie ein umstrittenes Thema sei. Sie betonten, wie wichtig es sei, in der Diskussion sowohl Chancen als auch Risiken abzuwägen.
Der Fokus der Versammlung lag auf dem zweiten Entwurf des Teilplans für die Windenergie. Dieser sieht 40 neue Windvorranggebiete mit einer Gesamtfläche von etwa 7.483 Hektar vor. Während der Fragerunde äußerten viele Anwesende Bedenken: Sie kritisierten mögliche gesundheitliche Auswirkungen, die Zerstörung des Landschaftsbilds sowie das Fehlen von Bedarfsanalysen.
Anwohner forderten zudem eine stärkere Einbindung der Bevölkerung und sprachen sich für direkte Bürgerbeteiligung oder ein Bürgerbegehren zu den Windenergieprojekten aus. Die Bürgerinitiative „Keine Windräder im Wald“ aus Stadtlengsfeld bot Unterstützung für diejenigen an, die formelle Einwendungen einreichen möchten.
Die Veranstaltung dauerte über zwei Stunden. Bürgermeister Hugk schloss mit einem Dank an die Teilnehmer für die weitgehend konstruktive Debatte und den respektvollen Austausch. Die Versammlung zeigte ein großes öffentliches Interesse und eine breite Palette an Meinungen zur Windenergie. Bedenken wurden insbesondere zu Umwelt- und Gesundheitseffekten geäußert, ebenso wie zum Bedarf nach transparenterer Bürgerbeteiligung. Der Entwurf des Teilplans bleibt weiterhin in der Diskussion, weitere Stellungnahmen der Bevölkerung werden erwartet.
