Wie zwei Stadtwerke mit Tochterfirmen die Ladesäulen-Revolution vorantreiben
Svenja HeringWie zwei Stadtwerke mit Tochterfirmen die Ladesäulen-Revolution vorantreiben
Deutsches Recht schränkt Netzbetreiber bei der Errichtung öffentlicher Ladesäulen für Elektrofahrzeuge ein. Doch zwei kommunale Energieversorger haben einen Weg gefunden, diese Hürde zu umgehen: Sie gründeten Tochterunternehmen, um die Ladeinfrastruktur in ihren Regionen auszubauen.
In Zweibrücken brachten die Stadtwerke im Januar 2025 die Ladestationen Südwest GmbH & Co. KG (LSG) an den Start. Das Tochterunternehmen betreibt mittlerweile über 300 Ladepunkte in der Pfalz. Es bietet eigene Tarifmodelle für das Laden an und liefert Unternehmen Komplettlösungen – von der Planung bis zum täglichen Betrieb.
Parallel dazu gründeten die Stadtwerke Tübingen mit Ecowerk e-charge ein eigenes Unternehmen, um das Ladenetz in Tübingen und Umgebung zu verdichten. Geplant ist ein engmaschiges Netz aus öffentlichen Ladestationen, darunter Schnelllader und langsame Ladepunkte für Langzeitparker. Zudem entwickelt Ecowerk e-charge Ladelösungen für Wohngebäude und übernimmt für andere Betreiber die Abrechnung.
Die Tochtergesellschaften profitieren von größerer Flexibilität als ihre Mutterkonzerne: Sie können schneller Personal einstellen, eigene Gehaltsstrukturen festlegen und Gewinne ohne lange Genehmigungsverfahren reinvestieren. Zudem dürfen sie mit privaten Unternehmen kooperieren, Beteiligungen eingehen und neue Märkte erschließen.
Dank dieser Tochterfirmen können die kommunalen Versorger ihre Ladenetze trotz rechtlicher Beschränkungen ausbauen. Die wirtschaftliche Eigenständigkeit beschleunigt Entscheidungen und Investitionen – und könnte so den Umstieg auf Elektromobilität in beiden Regionen vorantreiben.






