Wie die Digitalisierung die Automobilindustrie bis 2010 radikal verändert
Karl-Friedrich WielochWie die Digitalisierung die Automobilindustrie bis 2010 radikal verändert
Die Automobilindustrie steht vor tiefgreifenden Veränderungen, da die Technologie die Art und Weise revolutioniert, wie Autos hergestellt und verkauft werden. Bis zum Jahr 2010, so die Prognose von Experten, wird nur noch ein Bruchteil der heutigen Zulieferer und Hersteller am Markt bestehen. Gleichzeitig entwickelt sich die IT-gestützte Zusammenarbeit zum entscheidenden Faktor, um in einem sich rasant wandelnden Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben.
Auf der 5. EUROFORUM-Anwenderkonferenz in Stuttgart trafen sich Branchenführer, um über diese Entwicklungen zu diskutieren und aufzuzeigen, wie digitale Werkzeuge Produktion und Lieferketten optimieren können. Die am 9. und 10. Juli 2002 abgehaltene Veranstaltung stand unter dem Motto "Collaborative Commerce" – ein neuer Ansatz, bei dem Hersteller und Zulieferer über Online-Plattformen eng zusammenarbeiten. Die Referenten betonten, wie internetbasierte Systeme Kosten senken und Entwicklungsprozesse beschleunigen können. Winfried Schmidt von BMW skizzierte die B2B-Strategie des Konzerns, die Bereiche wie Konstruktion, Beschaffung und Lieferkettenmanagement umfasst.
Klaus H. Mühleck von Audi AG demonstrierte, wie IT-Roadmaps und Unternehmensnetzwerke robustere Systemarchitekturen schaffen können. Dr. Christian Stöcklmayer von SupplyOn AG erläuterte die Einbindung von Zulieferern in digitale Marktplätze. Beide unterstrichen, dass Informationstechnologie längst kein reines Unterstützungswerkzeug mehr sei, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette Effizienz vorantreibe.
Ein zentrales Thema der Konferenz war auch die schrumpfende Branchenlandschaft. Analysten sagten voraus, dass sich die Zahl der Automobilzulieferer bis 2010 von 5.500 auf nur noch 2.000 verringern werde. Ebenso würden voraussichtlich nur sechs bis zehn der derzeit fifteen Fahrzeughersteller überleben. Entscheidend für den Erfolg im globalen Wettbewerb, so die einhellige Meinung, sei die Fähigkeit zu technologischer Innovation.
Die Veranstaltung machte deutlich: IT und Zusammenarbeit sind heute die Schlüsselfaktoren für die Zukunft der Automobilindustrie. Unternehmen, die digitale Lösungen nutzen und Partnerschaften effizient gestalten, werden sich durchsetzen – während andere den Anschluss verlieren. Angesichts der erwarteten Konsolidierung bei Zulieferern und Herstellern werden Effizienz und Innovationskraft darüber entscheiden, wer sich an der Spitze behauptet und wer zurückfällt.






