20 December 2025, 22:42

Weltpolitik im Sportstadion

Eine Stadionszene mit sitzenden und stehenden Zuschauern, Werbetafeln oben, Treppe in der Mitte und einem Turner in der Mitte.

Weltpolitik im Sportstadion

Weltpolitik in der Turnhalle

Teaser: Bei der deutschen Turnfinalrunde startet die Russin Melnikowa doch nicht – angeblich aus Sicherheitsgründen. Der Israeli Dolgopyat darf hingegen laut Statuten antreten.

28. November 2025, 02:12 Uhr

Die russische Turnerin Angelina Melnikowa, Olympiasiegerin im Mehrkampf von 2021, wird beim Finale der Deutschen Turnliga am 29. November fehlen. Ihr Ausbleiben folgt einer Entscheidung des Deutschen Turner-Bundes (DTB) wegen Lizenzfragen. Damit verändert sich die Ausgangslage für das Duell zwischen MTV Stuttgart und TSV Tittmoning-Chemnitz.

Ursprünglich verpflichtet, um das von Verletzungen geplagte Team Tittmoning-Chemnitz zu verstärken, hinterlässt Melnikowas Ausschluss nun eine Lücke im Kader. Derweil wird der israelische Turner Artem Dolgopyat für die TG Saar antreten – alle regulatorischen Auflagen sind erfüllt.

Melnikowa war von der Internationalen Turnföderation (FIG) trotz Kontroversen um ihre sozialmedialen Beiträge zur Unterstützung des Ukraine-Kriegs als „neutrale Athletin“ zugelassen worden. Dies ermöglichte ihr internationale Starts, doch die deutsche Liga setzte zusätzliche Bedingungen.

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Der DTB teilte dem TSV Tittmoning-Chemnitz mit, Melnikowa verfüge nicht über die erforderliche Lizenz für die deutsche Liga. Gabi Frehse, Trainerin des Konkurrenten MTV Stuttgart, konnte sie daher rechtlich nicht für das Finale nominieren. Frehse verwies zudem auf Sicherheitsbedenken für Turnerinnen, Trainer und die Veranstaltung selbst als entscheidenden Faktor. Tittmoning-Chemnitz hatte gehofft, Melnikowas Verpflichtung würde die Serie von Ausfällen ausgleichen. Ohne sie sind die Finalchancen des Teams nun deutlich geschmälert.

Die Deutsche Turnliga (DTL) hatte zuvor bestätigt, dass nicht-deutsche Athlet:innen unter bestimmten Auflagen antreten dürfen – Melnikowas Fall erfüllte diese jedoch nicht. Im Gegensatz dazu erfüllt Artem Dolgopyat, der für die TG Saar startet, alle Voraussetzungen und wird am Finale teilnehmen. Seine Teilnahme erfolgt trotz des jüngsten Ausschlusses der israelischen WM-Delegation durch die FIG wegen statutenwidrigen Verhaltens in Indonesien. Die Diskrepanz zeigt, wie unterschiedlich die Maßstäbe in verschiedenen Wettbewerben angelegt werden.

Das Finale in Heidelberg findet somit ohne Melnikowa statt, was das Kräfteverhältnis zwischen den beiden Spitzenmannschaften verändert. TSV Tittmoning-Chemnitz muss sich nun auf den verbleibenden Kader verlassen, während MTV Stuttgart einen weniger starken Gegner erwartet.

Dolgopyats Teilnahme bestätigt indes, dass die Veranstaltung weiterhin internationale Spitzenathleten präsentieren wird. Die DTB-Entscheidung setzt ein Präzedenzfall dafür, wie neutrale Athlet:innen in deutschen Wettbewerben behandelt werden – unabhängig von ihrer globalen Startberechtigung.