VW Osnabrück vor radikaler Wende: Vom Auto zur Rüstungsproduktion?
Karl-Friedrich WielochVW Osnabrück vor radikaler Wende: Vom Auto zur Rüstungsproduktion?
VW-Werk Osnabrück steht vor tiefgreifendem Wandel: Vom Auto zur Rüstung?
Am Volkswagen-Standort Osnabrück zeichnet sich ein radikaler Kurswechsel ab: Die Automobilproduktion wird schrittweise zurückgefahren. Ab 2025 laufen keine Porsche-Modelle mehr vom Band, und bis Mitte 2027 endet auch die Fertigung des VW T-Roc Cabrio. Stattdessen könnte der Standort künftig auf Rüstungsgüter spezialisiert werden.
Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Volkswagen, lehnt eine Schließung des Osnabrücker Werks entschieden ab. Die Branche stehe ohnehin bereits unter Druck – durch geopolitische Spannungen und Handelskonflikte, argumentiert sie. Statt Werksstilllegungen sieht sie die Chance, die Produktion auf den Rüstungssektor umzustellen.
Bereits heute fertigt die VW-Tochter MAN Militär-Lkw. Cavallo zeigt sich offen für eine Ausweitung solcher Projekte. Gerüchten zufolge könnte der Rüstungskonzern Rheinmetall mit Volkswagen in Osnabrück kooperieren. Zudem plädiert sie dafür, dass Europa seine Abhängigkeit von externen Rüstungslieferanten verringert.
2024 hatte Volkswagen ein Sparprogramm beschlossen, das bis 2030 bis zu 35.000 Stellen in Deutschland abbauen soll. Allerdings schließt die Vereinbarung ausdrücklich betriebsbedingte Werksschließungen oder Entlassungen aus. Cavallo stellt klar, dass sie weitere Kürzungsmaßnahmen zu Lasten der Belegschaft ablehnt.
Die Zukunft des Osnabrücker Werks könnte damit weniger der Automobilbranche als vielmehr der Rüstungsindustrie gehören. Mit dem Auslauf der Porsche- und VW-Modelle könnten neue Partnerschaften den Standort retten. Nun müssen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertreter die Weichen stellen.






