16 April 2026, 12:21

Volocopter vor Führungswechsel: Kann das E-Flugtaxi 2025 wirklich starten?

Ein gelbes Taxi fährt eine Straße mit hohen Gebäuden entlang, Fußgänger mit Regenschirmen gehen auf dem Gehweg, und in der Ferne ist eine Brücke zu sehen.

Volocopter vor Führungswechsel: Kann das E-Flugtaxi 2025 wirklich starten?

Volocopter: Deutscher E-Flugtaxi-Pionier vor Führungswechsel

Das deutsche Unternehmen Volocopter, das elektrische Flugtaxis entwickelt, steht vor einem bedeutenden Wechsel an der Spitze. CEO Dirk Hoke wird im Februar 2023 zurücktreten, während der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche den Vorsitz des Aufsichtsrats übernimmt. Die Umstrukturierung erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt: Das Unternehmen drängt darauf, bis 2025 erste kommerzielle Dienste zu starten – trotz anhaltender finanzieller und regulatorischer Hürden.

Volocopter hat sich ehrgeizige Ziele für seine elektrischen Lufttaxis gesetzt. Der Plan sieht vor, die Dienste erstmals bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris vorzustellen und sich damit als Vorreiter der urbanen Luftmobilität (Urban Air Mobility, UAM) zu positionieren. Die vollständige Markteinführung ist für 2025 vorgesehen, doch die Kosten für Passagiere werden voraussichtlich hoch ausfallen: etwa fünf Euro pro Kilometer.

Doch der Weg dorthin bleibt ungewiss. Weder Volocopter noch der Konkurrent Lilium haben bisher von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) eine Musterzulassung für den Personentransport erhalten. Zudem verschärfen finanzielle Herausforderungen die Situation – es stellt sich die Frage, ob das Ziel für 2025 realistisch ist.

Studien deuten darauf hin, dass die ökologischen Vorteile von Flugtaxis begrenzt sein könnten. Eine Untersuchung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ergab, dass UAM nur geringe Emissionsreduktionen im Verkehrssektor bewirkt, da der Energieverbrauch hoch bleibt. Zwar stoßen elektrische Lufttaxis weniger CO₂ aus als Benzinautos, doch ihr Energiebedarf übersteigt den von Elektrofahrzeugen am Boden. Die größten Stärken der Technologie liegen in Notdiensten und der Anbindung abgelegener Regionen – Nachteile wie Lärmbelastung und optische Beeinträchtigungen würden jedoch ganze Gemeinden betreffen.

Mit dem Führungswechsel beginnt für Volocopter eine neue Phase auf dem Weg zur Zulassung und zum kommerziellen Betrieb. Der Erfolg des Unternehmens hängt davon ab, finanzielle, regulatorische und ökologische Hindernisse zu überwinden. Sollte der Dienst starten, wird er zunächst Nischenmärkte bedienen – eine Revolution des städtischen Verkehrs ist vorerst nicht in Sicht.

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