Vier Städte testen barrierefreie Gehwege für mehr Komfort und Sicherheit
Marika HeinzVier Städte testen barrierefreie Gehwege für mehr Komfort und Sicherheit
Vier Städte in Baden-Württemberg wurden ausgewählt, um neue Wege zur Verbesserung des Fußgängerraums zu erproben. Balingen, Heilbronn, Pforzheim und Stuttgart nehmen an der jüngsten Initiative des Landes teil: "Freie Gehwege – Mehr Platz zum Laufen". Das Projekt zielt darauf ab, das Zu-Fuß-Gehen in den nächsten zwölf Monaten sicherer und komfortabler zu gestalten, indem Hindernisse beseitigt und Fußwege neu konzipiert werden.
Die Maßnahme ist Teil der umfassenderen Fußverkehrsstrategie Baden-Württembergs, die bis 2030 das Laufen zur bevorzugten Option für kurze Strecken machen soll. Verkehrsminister Winfried Hermann betonte die Bedeutung klarer und barrierefreier Gehwege – nicht nur für Fußgänger, sondern auch für Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer. Häufige Stolpersteine wie Mülltonnen, Verkehrsschilder, parkende Autos oder Werbeflächen sollen entfernt oder umplatziert werden.
Geleitet wird das Projekt von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) im Auftrag des Verkehrsministeriums, mit fachlicher Unterstützung durch die Bernard Gruppe und VIA. Jede der vier Städte wird den aktuellen Zustand ihrer Gehwege erfassen, digitale Bestandsaufnahmen anlegen und in Workshops mit lokalen Initiativen Lösungsansätze entwickeln. Die Ergebnisse fließen in die künftige Stadtplanung ein, um Gehwege dauerhaft frei und funktional zu halten.
Die Initiative knüpft an frühere Pilotprojekte in der Region an. Seit März 2026 haben bereits rund 25 Gemeinden Maßnahmen umgesetzt – darunter Shared-Space-Zonen, Tempo-30-Bereiche auf über 150 Straßen sowie verbreiterte Gehwege. Städte wie Stuttgart, Heidelberg und Freiburg haben zudem Radwege ausgebaut und Querungshilfen verbessert, um die Sicherheit von Fußgängern zu erhöhen.
Die vier Modellkommunen werden ein Jahr lang ihre Konzepte testen und verfeinern. Ihre Erfahrungen dienen als Grundlage, um in ganz Baden-Württemberg für freiere und fußgängerfreundlichere Wege zu sorgen. Das Ziel: bis zum Ende des Jahrzehnts mehr Raum für das Zu-Fuß-Gehen schaffen – und es zur einfachsten Wahl für den Alltagsverkehr machen.






