Verfassungsschutz Baden-Württemberg verteidigt Überwachung von Freikirchen und Islamisten
Karl-Friedrich WielochVerfassungsschutz Baden-Württemberg verteidigt Überwachung von Freikirchen und Islamisten
Das Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg (LfV) steht wegen seiner Überwachungsschwerpunkte in der Kritik. Ein Nutzer auf Twitter warf der Behörde vor, sich stärker auf evangelische Freikirchen als auf islamistische Gefahren zu konzentrieren. Das LfV hat inzwischen betont, dass es beide Bereiche weiterhin beobachtet.
Ausgelöst wurde die Kritik durch den Twitter-Nutzer queru_lant, der infrage stellte, warum das LfV christliche Gruppen im Blick habe, statt islamistische Netzwerke zu überwachen. Die Behörde entgegnete, dass islamistische Bedrohungen nach wie vor höchste Priorität genießen und auch im Januar 2026 intensiv überwacht würden.
Das LfV beobachtet islamistische Gruppierungen im Land bereits seit Jahren und setzt dafür erhebliche Personalkapazitäten ein. Dennoch werden auch zwei Freikirchen überwacht: die Evangelische Freikirche Riedlingen (einschließlich des Netzwerks Bibeltreuer Christen unter der Leitung von Jakob Tscharntke) sowie die Baptistenkirche Zuverlässiges Wort Pforzheim (BKZW). Die Behörde begründet dies mit ihrem gesetzlichen Auftrag und betont, dass beide Bereiche Aufmerksamkeit erfordern. Gleichzeitig wiesen Beamte darauf hin, dass die Gefährdungslage durch dschihadistische Akteure weiterhin hoch bleibe – ohne dass dies die Ressourcen für die Überwachung islamistischer Aktivitäten in der Region verringert habe.
Das LfV setzt seine Überwachungsarbeit sowohl bei islamistischen Netzwerken als auch bei bestimmten evangelikalen Freikirchen fort. In der Stellungnahme der Behörde heißt es, dass keiner der beiden Bereiche vernachlässigt werde. Die Beobachtung beider Gruppen bleibe im Rahmen der aktuellen Sicherheitspolitik aktiv.






