Vatikan lehnt Laienpredigten ab – Deutsche Bischofskonferenz muss Rückschlag hinnehmen
Marika HeinzVatikan lehnt Laienpredigten ab – Deutsche Bischofskonferenz muss Rückschlag hinnehmen
Der Vatikan hat einen Antrag der Deutschen Bischofskonferenz abgelehnt, Laien in Ausnahmefällen die Predigt während der Messe zu gestatten. Die Entscheidung wurde in einem Schreiben von Kardinal Arthur Roche am 17. Juni bekannt gegeben. Der Beschluss folgt anhaltenden Debatten im Rahmen des „Synodalen Wegs“ in Deutschland über eine stärkere Einbindung von Laien in liturgische Aufgaben.
Die deutschen Bischöfe hatten beantragt, qualifizierten Laien die Möglichkeit zu geben, in sonntäglichen und feierlichen Messgottesdiensten die Predigt zu halten, sofern seelsorgerische Notwendigkeiten dies erfordern. Kardinal Roche, Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, verwies in seiner Ablehnung auf das Kirchenrecht sowie die Instruktion Redemptionis Sacramentum aus dem Jahr 2004. Er begründete die Entscheidung damit, dass ein vorübergehender Priestermangel keine Änderung der geltenden Regelungen rechtfertige.
Das Dikasterium betonte, die Predigt sei ein wesentlicher Bestandteil der Wortgottesfeier und müsse ordentlichen Priestern oder Diakonen vorbehalten bleiben. Die Deutsche Bischofskonferenz nahm die Absage zur Kenntnis und verwies auf die klare Haltung des Vatikans. Unterdessen erklärte Irme Stetter-Karp, Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), das ZdK werde sich weiterhin gemeinsam mit den Bischöfen für die Reform einsetzen.
Papst Franziskus hatte den „Synodalen Weg“ zuvor kritisiert und gewarnt, er werde von ideologischen statt von spirituellen Motiven vorangetrieben. Auch der Katholische Deutsche Frauenbund verurteilte die Vatikan-Entscheidung und bezeichnete sie als Zeichen für die anhaltende Ausgrenzung von Frauen aus zentralen liturgischen Funktionen.
Die vatikanische Regelung bestätigt die bestehende Praxis, wonach nur Priester oder Diakone die Predigt halten dürfen. Mit der Ablehnung bleibt der Vorschlag der deutschen Bischöfe vorerst unerfüllt. Befürworter der Laienpredigt kündigten an, sich weiterhin für eine Reform einzusetzen.
