Ulms Schuldenberg wächst trotz Steuermehreinnahmen auf 129 Millionen Euro
Karl-Friedrich WielochUlms Schuldenberg wächst trotz Steuermehreinnahmen auf 129 Millionen Euro
Trotz eines Steuermehreinnahmen von 25 Millionen Euro im Jahr 2025 bleibt die finanzielle Lage Ulms angespannt. Die zusätzlichen Mittel haben kaum Entlastung gebracht – im Gegenteil: Die Schulden der Stadt sind auf 129 Millionen Euro angewachsen. Der Großteil der Mehreinnahmen wurde durch unerwartete Ausgaben und steigende Kosten in zentralen Dienstleistungsbereichen aufgezehrt.
Den größten Teil des Steuerplus von rund 192 Millionen Euro steuerten höhere Gewerbesteuereinnahmen bei. Doch dieser Zuwachs wurde fast vollständig durch unvorhergesehene Belastungen und explodierende Ausgaben zunichtegemacht. Allein die unplanmäßigen Mehrausgaben beliefen sich auf etwa 12,6 Millionen Euro, während die Nachfrage nach Sozialleistungen, Jugendhilfe und Integrationsförderung stark anstieg.
Zusätzlich belasteten Abschreibungen und Nachzahlungen für Vorjahre den Haushalt. Ein großer Teil des Einnahmenwachstums ging zudem auf einmalige Effekte zurück – und nicht auf nachhaltige Steigerungen. Die Folge: Die Liquidität der Stadt schrumpfte weiter, und die Schulden stiegen 2025 um 31 Millionen Euro an.
Innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich die Verschuldung Ulms nahezu verdoppelt – und der Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen. Für das zweite Jahr in Folge fließen keine Mittel in die Rücklage für Sanierungen und Modernisierungen.
Die 25 Millionen Euro Steuermehreinnahmen haben die Haushaltslage der Stadt nicht stabilisieren können. Bei weiter steigenden Schulden und unangetasteten Rücklagen bleibt Ulm in einem anhaltenden finanziellen Engpass gefangen. Hohe Kosten in zentralen Bereichen und Sonderausgaben lassen kaum Spielraum für eine langfristige Finanzplanung.






