21 December 2025, 17:57

TFA: Der ewige Chemikalie in deutschem Trinkwasser

Wasser am Boden mit Grünzeug im Hintergrund.

TFA: Der ewige Chemikalie in deutschem Trinkwasser

TFA: Die ewige Chemikalie im deutschen Trinkwasser

Teaser: Jahre lang wurde TFA legal in öffentliche Gewässer eingeleitet. Nun rätseln Expert:innen, wie sich der unerwünschte Stoff aus der Umwelt entfernen lässt.

21. Dezember 2025

Stichworte: Klimawandel, Wirtschaft, Autos, Kriminalität und Justiz

Artikel: Eine äußerst langlebige Chemikalie namens Trifluoressigsäure (TFA) wurde jahrelang legal in deutsche Flüsse eingeleitet. Mit behördlicher Genehmigung durfte ein Werk des Konzerns Solvay in Bad Wimpfen behandelte TFA in den Neckar einleiten. Doch nun bedrohen steigende Belastungswerte die Trinkwasserversorgung im ganzen Land.

TFA, oft als „ewige Chemikalie“ bezeichnet, lässt sich mit heutigen Filtermethoden nicht aus dem Wasser entfernen. Einmal in der Umwelt, bleibt sie stabil, wasserlöslich und reichert sich in Grundwasser, Oberflächengewässern, Ozeanen und sogar in Pflanzen an. Der Bodensee-Rhein-Wasserversorgungsverband (AWBR) meldet, dass sich die Belastung in einigen Gebieten verdoppelt hat – mit Risiken für das Trinkwasser.

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Der Stoff gelangt vor allem über atmosphärische Ablagerungen in die Umwelt. Er entsteht, wenn Kältemittel und bestimmte Pestizide abgebaut werden, nicht durch direkte Düngung. Die Hälfte der TFA-Verschmutzung stammt aus Industrie, Handel und Haushalten, die andere Hälfte aus der Landwirtschaft. Das deutsche Bundesamt für Chemikalien (BfC) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stufen TFA als reproduktionstoxisch ein. Dennoch leitete die deutsche Solvay-Tochter die Substanz jahrelang mit behördlicher Erlaubnis in den Neckar ein. Die Schäden für die Wasserversorgung könnten nun unumkehrbar sein.

Die TFA-Belastung breitet sich in allen Umweltbereichen aus – von Flüssen bis zu Nutzpflanzen. Da es keine wirksame Filtermethode gibt, wachsen die Risiken für Trinkwasserquellen. Behörden und Industrie müssen sich nun mit den langfristigen Folgen der Freisetzung auseinandersetzen.