TeamViewer feiert 20 Jahre mit KI-Offensive – doch die Aktie stürzt ins Tief
Eberhard KuhlTeamViewer feiert 20 Jahre mit KI-Offensive – doch die Aktie stürzt ins Tief
TeamViewer-Aktie: Feiern unter Druck
TeamViewer präsentiert zum Jubiläum KI-Strategie, kämpft aber mit Integrationsproblemen und einer herabgestuften Jahresprognose – der Aktienkurs rutscht auf Jahrestief.
- Dezember 2025, 10:56 Uhr
Zum 20-jährigen Bestehen hat TeamViewer eine neue, KI-gestützte Strategie vorgestellt. Das Unternehmen bringt mit Tia einen KI-Assistenten auf den Markt, der komplexe Supportaufgaben automatisieren soll. Doch trotz des Vorstoßes in die künstliche Intelligenz bleibt die finanzielle Perspektive ungewiss.
Die jüngsten Quartalszahlen zeigen zwar ein Plus von 8 Prozent bei den Unternehmensumsätzen, doch die Herausforderungen bleiben – insbesondere auf dem US-Markt und bei der Integration von Übernahmen.
Der deutsche Anbieter für Fernzugriffslösungen verzeichnete im dritten Quartal zwar ein Wachstum von 8 Prozent im Enterprise-Bereich. Dennoch senkte das Unternehmen die Prognose für wiederkehrende Erträge auf 780 bis 800 Millionen Euro. Die makroökonomische Unsicherheit in den USA führt dazu, dass viele Kunden Vertragsabschlüsse verschieben – was den Druck weiter erhöht.
Integrationsschwierigkeiten und die schwache Performance der US-Tochter belasten zudem den Geschäftsbetrieb. Gleichzeitig ist die Aktie seit Januar um über 41 Prozent eingebrochen und notiert nahe dem 52-Wochen-Tief. Die Einschätzungen der Analysten gehen auseinander: Während die Bank of America die Aktie mit „Kaufen“ einstuft, hat Berenberg das Kursziel gesenkt.
Um das Wachstum anzukurbeln, setzt TeamViewer auf autonomes Endpoint-Management als Teil seiner übergeordneten KI-Strategie. Der neu eingeführte KI-Assistent Tia soll Support-Prozesse effizienter gestalten. Dennoch fällt die Umsatzprognose für 2026 mit nur 2 bis 6 Prozent Wachstum verhalten aus.
Aktuell ist die TeamViewer-Aktie mit einem RSI von 27,6 deutlich überverkauft, doch Anzeichen für eine Erholung sind nicht in Sicht. Der Wandel hin zu KI und Automatisierung könnte langfristig die Weichen stellen. Kurzfristig werfen finanzielle und operative Hürden jedoch weiterhin Schatten auf die Performance des Unternehmens.






