Stuttgart 21: Fahrgastverbände tobt über neues Bahn-Desaster
Stuttgart 21: Neuer Rückschlag löst Wut bei Fahrgastvertretern aus
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 hat einen weiteren schweren Rückschlag erlitten – und damit scharfe Kritik von Fahrgastverbänden ausgelöst. Die Verkehrsorganisation Pro Bahn bezeichnete die Verzögerung als "Desaster" für die Deutsche Bahn und warnte vor gravierenden finanziellen und reputativen Schäden durch die anhaltenden Probleme.
Die immer wiederkehrenden Verzögerungen stoßen auf massive Vorwürfe. Detlef Neuß, Vorsitzender von Pro Bahn, forderte Konsequenzen und betonte, dass die jüngsten Pannen nicht in der Verantwortung der aktuellen Vorstandsvorsitzenden Evelyn Palla lägen, die das Amt erst nach Ausbruch der Krise übernommen habe. Stattdessen machte Neuß frühere Führungskräfte verantwortlich – insbesondere den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Ronald Pofalla.
Pofalla saß von 2015 bis 2022 im Vorstand der Deutsche Bahn und zeichnete ab 2017 für die Infrastruktur verantwortlich. In dieser Zeit leitete er auch den Lenkungsausschuss für Stuttgart 21. Seine Kostenschätzungen für das Projekt stellten sich später als falsch heraus und verschärften die finanzielle Belastung. Die Verzögerungen gefährden nun auch Investitionen in andere Teile des deutschen Schienennetzes. Pro Bahn warnt, dass die Krise das Unternehmen teuer zu stehen kommen werde. Doch nicht nur die finanziellen Folgen sind problematisch: Die wiederholten Pannen haben das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Fähigkeit der Bahn, Großprojekte umzusetzen, schwer erschüttert.
Der jüngste Rückschlag bei Stuttgart 21 vertieft die Krise der Deutsche Bahn. Angesichts steigender Kosten und schwindenden Vertrauens könnte das Unternehmen gezwungen sein, seine Investitionspläne grundlegend zu überdenken. Verkehrsverbände bestehen darauf, dass Lehren aus den Fehlern gezogen werden müssen – doch der Schaden ist bereits entstanden.






