Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und Sammlerperle wurde
Karl-Friedrich WielochModepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und Sammlerperle wurde
1966 brachte die DDR mit Steffi eine eigene Modepuppe auf den Markt, um westliche Marken wie Barbie Konkurrenz zu machen. Die als stylische Alternative für Teenager konzipierte Puppe avancierte schnell zum Kultobjekt. Heute erzielen originalverpackte Steffi-Puppen in gutem Zustand bis zu 200 Euro auf dem Sammlermarkt.
Entworfen wurde Steffi von der Designerin Margot Schmied, die sie nach ihrer eigenen Tochter benannte – ganz ähnlich wie Ruth Handler einst bei Barbie. Gefertigt wurde sie im volkseigenen Betrieb VEB Puppenfabrik Biggi in Waltershausen, einer Stadt mit langer Puppentradition. Steffi entwickelte sich zu einem wichtigen Exportgut der DDR und brachte dringend benötigte Devisen ins Land.
Ihr Aussehen unterschied sie deutlich von westlichen Puppen: Mit einer erwachseneren, damenhaften Figur und einem strengen, modischen Look verkörperte sie den Stil der 1960er-Jahre. Ihre markante, voluminöse Hochsteckfrisur aus hochwertigen Kunstfasern war knitterresistent und pflegeleicht. Im Gegensatz zu Barbie gab es Steffi von Anfang an in verschiedenen Hauttönen – ein inklusiveres Angebot als bei der Konkurrenz.
Original-Steffi-Puppen sind heute begehrte Sammlerstücke. Die Preise reichen von 20 Euro für stark genutzte Exemplare bis zu 200 Euro für makellose Puppen mit komplettem Zubehör. Die spätere Steffi LOVE der Simba-Dickie-Gruppe hat übrigens nichts mit dem DDR-Original zu tun.
Steffi bleibt ein nostalgisches Stück DDR-Geschichte, geschätzt für ihr einzigartiges Design und ihre kulturelle Bedeutung. Sammler suchen weiterhin nach gut erhaltenen Modellen, was ihren Ruf als besondere Alternative zu westlichen Modepuppen festigt. Allerdings gibt es noch Wissenslücken: Über ihre Berufsoutfits und die genauen Varianten existieren kaum vollständige Aufzeichnungen.