Staatsverschuldung explodiert: Warum 2,5 Billionen Euro nicht reichen
Eberhard KuhlStaatsverschuldung explodiert: Warum 2,5 Billionen Euro nicht reichen
Deutschlands Staatsverschuldung steigt rasant – von 1,9 auf über 2,5 Billionen Euro
In den vergangenen Jahren ist die Staatsverschuldung Deutschlands stark angestiegen: Zwischen 2020 und 2025 kletterte sie von 1,9 Billionen auf über 2,5 Billionen Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von fast 30.000 Euro pro Bürger. Der Anstieg geht auf umfangreiche Ausgabenprogramme der Regierung zurück, darunter ein mit 500 Milliarden Euro kreditfinanziertes Paket für Infrastruktur- und Klimaprojekte.
Im März 2025 lockerte die regierende Koalition die Schuldenbremse im Grundgesetz, um bestimmte Ausgaben von den Kreditobergrenzen auszunehmen. Dies ebnete den Weg für den „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ (SVIK), ein auf zwölf Jahre angelegtes Programm. Der Fonds stellt 300 Milliarden Euro für Bundesinvestitionen in Straßen, Schienen, Energienetze und Digitalisierung bereit, weitere 100 Milliarden Euro fließen in den Klimaschutz- und Transformationsfonds (KTF).
Doch bis Ende 2025 blieb die Umsetzung der SVIK-Projekte hinter den Erwartungen zurück: Zwei Drittel der Vorhaben steckten noch in der Planungsphase, nur ein Drittel war tatsächlich in der Umsetzung. Von den für 2025 veranschlagten 37,2 Milliarden Euro wurden lediglich 24 Milliarden ausgegeben – über 13 Milliarden blieben ungenutzt. Der durchschnittliche Fortschritts- und Wirkungsgrad der Projekte lag bei 54 Prozent.
Kritiker werfen der Regierung vor, dass ein Großteil der SVIK-Mittel keine echten Neuinvestitionen darstelle, sondern lediglich bestehende Haushaltsmittel umschichte. Gleichzeitig steigen die Militärausgaben massiv an: von 21,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf voraussichtlich 103,5 Milliarden bis 2029. Die Regierung betont, dass die zusätzlichen Investitionen das BIP kurzfristig um etwa einen halben Prozentpunkt steigern werden.
Die Schuldenlast Deutschlands ist damit deutlich gewachsen, um Großprojekte wie den SVIK zu finanzieren. Doch trotz der Ausgabenpläne kommen viele Vorhaben nicht über die Planungsphase hinaus. Die wirtschaftliche Wirkung der Investitionen fällt voraussichtlich bescheiden aus: Das BIP soll kurzfristig um 0,5 Prozent steigen.
