19 March 2026, 14:29

Schwules Paar wirft Schwarzwald-Therme nach Kuss Diskriminierung vor – war es Homophobie oder Regelbruch?

Eine Frau in einem weißen Hemd hält ein Schild mit der Aufschrift "LGBTQ+ Lives Matter" in die Höhe, vor einer Wand, mit einem entschlossenen Gesichtsausdruck.

Schwules Paar wirft Schwarzwald-Therme nach Kuss Diskriminierung vor – war es Homophobie oder Regelbruch?

Ein virales Video sorgt für Aufsehen, nachdem ein schwules Paar behauptet, aus einer deutschen Thermenanlage geworfen worden zu sein – angeblich nur, weil sie sich küssten. Arno und Léo werfen Mitarbeitern des Badeparadies Schwarzwald in Titisee-Neustadt vor, sie zum Verlassen des Geländes aufgefordert und mit Polizeieinsatz gedroht zu haben. Der Vorfall hat eine hitzige Online-Debatte über Diskriminierung und angemessenes Verhalten in der Öffentlichkeit entfacht.

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Das Paar besteht darauf, nichts Verbotenes getan zu haben – außer einem kurzen Kuss. Laut ihrer Schilderung seien unmittelbar danach Angestellte auf sie zugekommen und hätten sie aufgefordert, die Anlage zu verlassen. Jeden Vorwurf unangemessenen Verhaltens weisen sie zurück und betonen, einzig wegen ihrer Zuneigungsbekundung herausgegriffen worden zu sein.

Der Geschäftsführer der Therme, Jochen Brugger, widerspricht dieser Darstellung. Er behauptet, das Paar sei wegen wiederholter Verstöße gegen Haus- und Badeordnungen des Hauses verwiesen worden, ohne jedoch konkrete Regelbrüche zu nennen. Brugger betont, die Einrichtung heiße alle Gäste willkommen – unabhängig von Lebensweise oder Herkunft.

In sozialen Medien sind die Reaktionen gespalten. Viele Nutzer stellen sich hinter Arno und Léo und sehen im Vorfall ein Beispiel für Diskriminierung. Andere fordern eine lückenlose Aufklärung, um die genauen Umstände zu klären. Die widersprüchlichen Aussagen beider Seiten lassen zentrale Fragen offen.

Der Fall reiht sich in jüngste Berichte über queerenfeindliche Gewalt in Deutschland ein, darunter der Angriff auf einen schwulen Schiedsrichter im Februar 2026 und ein weiterer Vorfall gegen ein Paar in Kassel im Januar. Gleichzeitig belegt Deutschland im Gay Travel Index 2026 einen Spitzenplatz – ein Zeichen für Fortschritte bei den Rechte von LGBTQ+-Personen.

Die Auseinandersetzung bleibt vorerst ungeklärt: Während die Therme auf eine regelkonforme Durchsetzung ihrer Vorschriften pocht, hält das Paar an der Behauptung fest, unfair behandelt worden zu sein. Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen um die Akzeptanz von LGBTQ+-Personen im öffentlichen Raum.

Quelle