Schulen setzen auf elternfinanzierte iPads – doch ist das die Lösung?
Karl-Friedrich WielochSchulen setzen auf elternfinanzierte iPads – doch ist das die Lösung?
Deutsche Schulen ringen weiter um nachhaltige digitale Lösungen
Trotz des anfänglichen Schubs durch den DigitalPakt des Bundes während der Pandemie kämpfen Schulen in ganz Deutschland noch immer darum, langfristige digitale Konzepte zu etablieren. Da die staatliche Förderung nun unsicher ist, setzen viele auf elternfinanzierte Modelle, um die Lücken zu schließen. Ein Ansatz der ACS Group gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung – als Möglichkeit, die Digitalisierung des Unterrichts voranzutreiben, ohne auf öffentliche Gelder angewiesen zu sein.
Die Pandemie zwang die Schulen, digitale Werkzeuge rasant einzuführen, doch die Mittel aus dem DigitalPakt erwiesen sich als vorübergehende Lösung. Mit dem Scheitern der Ampelkoalition auf Bundesebene stehen nun der Haushalt 2025 und die geplante Fortführung des DigitalPakts 2.0 in den Sternen. Schulträger suchen daher verzweifelt nach Alternativen.
Die ACS Group stellte Ende 2022 ein Modell vor, das Elternbeiträge mit Zuschüssen lokaler Schulbehörden kombiniert. Mittlerweile haben über 20 Schulträger und 70 Schulen bundesweit dieses Konzept übernommen. Es ermöglicht Schulen, iPads zu ermäßigten Bildungspreisen von etwa 400 Euro pro Gerät zu erwerben, wobei die Eltern den Großteil der Kosten tragen. Die Kommunen stocken mit einem festen Zuschuss – meist rund 100 Euro pro Endgerät – auf, um die finanzielle Belastung der Familien abzufedern.
"Viele Schulträger können nicht länger auf staatliche Förderung warten", erklärt Moritz Zeman, Geschäftsführer bei der ACS Group. Indem sie selbst die Initiative ergreifen, umgehen sie langwierige Ausschreibungsverfahren und unsichere Haushaltsplanungen. Zudem reduziere das Modell den bürokratischen Aufwand, da Schulen nicht mehr von unberechenbaren öffentlichen Zuschüssen abhängig seien.
Seit 2020 werden schätzungsweise 80 Prozent der mit Tablets ausgestatteten Klassenzimmer über dieses elternfinanzierte System versorgt. Es bietet den Schulen Planungssicherheit, da die Budgets kalkulierbarer werden, und verteilt die Kosten gerecht – ohne die kommunalen Haushalte zu überlasten. Gleichzeitig stellt es sicher, dass digitale Lernmittel alle Schülerinnen und Schüler erreichen.
Das Modell, das auf Elternbeiträgen und kommunaler Unterstützung basiert, erweist sich dort als wirksam, wo die staatliche Förderung versagt. Es bietet eine praktikable Lösung, um die digitale Bildung voranzubringen – selbst in Zeiten politischer Unsicherheit, die langfristige Finanzierungen verzögern. Vorerst hilft dieser Ansatz den Schulen, unabhängig von schwankenden öffentlichen Haushalten handlungsfähig zu bleiben.






