Schnitzer warnt vor Subventionen für Flugreisen und Spritrabatten – "sozial ungerecht"
Karl-Friedrich WielochSchnitzer warnt vor Subventionen für Flugreisen und Spritrabatten – "sozial ungerecht"
Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat sich gegen neue Subventionen für Flugreisen und Spritrabatte ausgesprochen. Sie warnte, solche Maßnahmen könnten die wirtschaftliche Instabilität verschärfen und die Lebenshaltungskosten weiter in die Höhe treiben. Ihre Äußerungen fallen in eine Zeit steigender Energiepreise und knapper werdender Kerosinvorräte in ganz Europa.
Schnitzer übt scharfe Kritik an der jüngsten Spritpreissenkung der Regierung und bezeichnet sie als einen „großen und sozial ungerechten Fehler“. Subventionierte Flüge in den Sommerferien würden ihrer Meinung nach die finanzielle Belastung nur noch verstärken. Stattdessen schlug sie Alternativen wie ein generelles Tempolimit oder autofreie Sonntage vor, um den Spritverbrauch zu senken und die Nachfrage zu drosseln.
Zudem warnte sie, dass höhere Preise in den anstehenden Tarifverhandlungen zu Lohnforderungen führen könnten. Sollten Arbeitnehmer höhere Gehälter durchsetzen, könnte die Europäische Zentralbank mit weiteren Zinserhöhungen reagieren. Über die nationalen Herausforderungen hinaus wies Schnitzer auf globale Risiken hin, insbesondere auf eine mögliche Blockade der Straße von Hormus. Eine solche Unterbrechung würde die Transport- und Lebensmittelkosten weltweit explodieren lassen.
Angesichts drohender Kerosinengpässe betonte sie, dass Fliegen deutlich teurer und für viele unerschwinglich werden könnte. Verbraucher müssten ihre Urlaubspläne möglicherweise überdenken, da das Flugangebot schrumpft. Schnitzer lehnte es entschieden ab, Sommerreisen durch neue Schulden zu finanzieren, und rief dazu auf, sich an die veränderte wirtschaftliche Realität anzupassen.
Ihre Warnungen unterstreichen den Druck, unter dem Haushalte und Politiker angesichts steigender Energiekosten stehen. Ohne sorgfältiges Krisenmanagement, so ihre Argumentation, könnten Subventionen und Lohnerhöhungen die wirtschaftliche Belastung weiter verschärfen. Ihr Appell für Maßnahmen zur Nachfragesenkung spiegelt die wachsenden Sorgen vor Inflation und Instabilität in den Lieferketten wider.






