15 May 2026, 16:24

Schneechos nach Sturm "Elli": Warum Braunschweig tagelang stillstand

Eine Reihe von Fahrrädern, teilweise von Schnee bedeckt, mit einem Baumstamm und Straße daneben.

Schneechos nach Sturm "Elli": Warum Braunschweig tagelang stillstand

Sturm „Elli“ legte Braunschweig Mitte Februar mit heftigem Schneefall lahm

Dichte Schneemassen, die Orkan „Elli“ Mitte Februar über Braunschweig brachte, legten die Stadt für Tage lahm. Straßen, Bahnverkehr und Schulen waren massiv beeinträchtigt, die Bewohner zeigten sich verärgert über die mangelhafte Wintervorsorge der Kommune. Nach zahlreichen Beschwerden über ungeräumte Straßen und vernachlässigte Radwege fordern nun Stadträte Konsequenzen.

Das Chaos begann, als der Sturm die Region traf und dicker Schnee die Hauptverkehrsadern blockierte. Der Zugverkehr kam zum Erliegen, Schulen blieben geschlossen, und Autofahrer kämpften sich auf unpassierbaren Straßen voran. Zwar arbeiteten die Räumteams rund um die Uhr, doch frisch freigeräumte Wege verschwanden schnell wieder unter Neuschnee.

Die Wut der Bürger wuchs, als wichtige Verkehrsachsen – darunter die Leonhardstraße, die Museumstraße und die Helmstedter Straße – tagelang nur teilweise oder gar nicht geräumt wurden. Besonders Radfahrer hatten mit den Verhältnissen zu kämpfen, da viele Radwege komplett unberührt blieben. Die Stadt gab zu, dass die aktuellen Verträge vorsehen, diese Strecken nur alle 19 Stunden zu räumen – in der Praxis wurden viele Straßen jedoch noch seltener bearbeitet.

Am 18. Februar reichte die Ratsfraktion DIE FRAKTION. BS einen Antrag ein, in dem sie die Versäumnisse anprangerte. Darin hieß es, der Winterdienstleister ALBA, der im Auftrag der Stadt tätig ist, verfüge weder über ausreichend Personal noch über die nötige Ausstattung, um anhaltenden Schneefall zu bewältigen. Die Fraktion forderte eine umfassende Überprüfung der Kapazitäten von ALBA, um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern. Zudem wiesen die Stadträte darauf hin, dass die Verzögerungen im Widerspruch zum Mobilitätsentwicklungsplan 2035 stehen, der nachhaltige Verkehrsformen fördern soll.

Mittlerweile hat der Stadtrat den Antrag angenommen. Nun soll eine Untersuchung die Mängel beim Winterdienst aufdecken. Zudem werden klarere Leistungsstandards für kommende Winter ausgearbeitet.

Die Entscheidung folgt auf wochenlange Behinderungen und öffentliche Kritik an der Wintervorsorge in Braunschweig. Die Prüfung wird die Arbeitsabläufe von ALBA unter die Lupe nehmen und Lösungen erarbeiten, um ähnliche Probleme in Zukunft zu vermeiden. Sobald die Untersuchung abgeschlossen ist und neue Vorgaben feststehen, können die Bürger mit weiteren Informationen rechnen.

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