Schmelztiegel statt Goldener Rekord
Statt Goldener Schallplatte – ein Image-GAU
Popstar Dieter Bohlen wirbt für einen Verschwörungstheoretiker auf YouTube. Es geht darum, leichtgläubige Menschen zu verunsichern – und ihnen Gold zu verkaufen.
- November 2025, 09:28 Uhr
Schlagwörter: Geldanlage, Wirtschaft, Technologie, Sport
Popstar Dieter Bohlen hat an einem umstrittenen Webinar des Edelmetallhändlers Kettner Edelmetalle teilgenommen, der Goldinvestments anpreist. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „finanzielle Selbstverteidigung“ und bot Rednern eine Bühne, die eher durch politische Provokationen als durch wirtschaftliche Fachkenntnis auffallen. Darunter war auch Prinzessin Gloria von Thurn und Taxis, eine bekannte Vertreterin ultra-konservativer christlicher Positionen.
Das in Villingen-Schwenningen ansässige Unternehmen Kettner Edelmetalle beschäftigt fast 40 Mitarbeiter. Zwar behauptet das Unternehmen, über 200.000 zufriedene Kunden zu haben, doch sein Geschäftsmodell steht in der Kritik: Potenzielle Käufer werden mit alarmistischen Botschaften verunsichert, bevor man ihnen Gold andreht. Das hauseigene Onlinemagazin verbreitet zudem antidemokratische und hyperkapitalistische Thesen und schürt Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen.
Im Rahmen des Webinars bezog Bohlen offen Stellung für die Wirtschaftspolitik von Donald Trump und kritisierte das deutsche Sozialsystem. Zudem drohte er damit, das Land zu verlassen, falls eine Vermögenssteuer eingeführt werde. An seiner Seite sprach Prinzessin Gloria von Thurn und Taxis, die sich gegen Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehen positioniert. Weitere Teilnehmer waren Werner Patzelt und Peter Hahne – Persönlichkeiten, die eher für politische Kontroversen als für seriöse Finanzberatung bekannt sind.
Bohlens Auftritt lenkt den Fokus auf die Verbindungen des Unternehmens zu Dominik Kettner, einem YouTuber, der Verschwörungstheorien verbreitet und den Kanal Kettner Edelmetalle betreibt. Zwar unterhält das Unternehmen einen Sitz in der tschechischen Stadt Kaaden, doch der Hauptstandort bleibt Deutschland.
Das Webinar offenbart die Strategie von Kettner Edelmetalle, Finanzberatung mit politischer Spaltung zu vermengen. Bohlens Teilnahme – neben Akteuren wie von Thurn und Taxis – unterstreicht die Nähe des Unternehmens zu ultra-konservativen und systemkritischen Kreisen. Die Veranstaltung wirft Fragen auf: Wo endet die Werbung für Geldanlagen – und wo beginnt politische Agitation?






