Rüstungsaktien als Weihnachtsgeschenk: Warum Anleger auf Waffenhersteller setzen
Eberhard KuhlRüstungsaktien als Weihnachtsgeschenk: Warum Anleger auf Waffenhersteller setzen
Überzeugende Geschenkideen: Frieden, Freude – und Aktien von Rüstungsunternehmen
Weihnachten steht vor der Tür, doch Schenken, Frieden und Nachhaltigkeit scheinen zu dehnbare Begriffe zu sein.
Aktien von Rüstungsunternehmen haben in der modernen Geldanlage eine überraschend neue Rolle eingenommen. Früher als Kriegsprofiteure verschrien, werden sie heute als Beitrag zu Frieden und Sicherheit vermarktet. Dieser Wandel vollzieht sich, während Unternehmen wie Rheinmetall Rekordwachstum an der Börse verzeichnen – und selbst Nachhaltigkeitsfonds Aktien von Rüstungskonzernen in ihre Portfolios aufnehmen.
Gleichzeitig wird der Kauf von Aktien von Rüstungsunternehmen als durchdachtes Geschenk beworben: eines, das angeblich sowohl den persönlichen Wohlstand als auch die europäische Stabilität fördert.
Rheinmetall, der deutsche Rüstungskonzern, ist zum Börsenliebling avanciert. Seit Russlands Invasion in der Ukraine 2022 hat sich der Aktienkurs verzehnfacht. Das Unternehmen bleibt unabhängig notiert; Übernahmen oder Mehrheitsbeteiligungen gab es in den letzten Jahren nicht.
Die gesamte Rüstungsbranche wird mittlerweile als Stabilitätsfaktor dargestellt. Anleger hören, dass Investitionen in Waffenhersteller Konflikte abschrecken statt anzuheizen. Einige Nachhaltigkeitsfonds haben sogar Aktien von Rüstungsfirmen aufgenommen – mit der Begründung, diese seien finanziell widerstandsfähig.
Doch das Schenken von Aktien von Rüstungsunternehmen wird als Win-win-Geste vermarktet: Es stärke die eigenen Finanzen und gleichzeitig die europäische Sicherheit, so die Befürworter. Ein humorvoller Vorschlag bezeichnet den Trend gar als „Geschenk an die Öffentlichkeit“ – trotz der Gefahr, dass mehr Waffen die Spannungen weiter anheizen könnten.
Auch in der Politik nehmen Deals ungewöhnliche Formen an. Donald Trump soll den „FIFA-Friedenspreis“ erhalten haben und bietet im Gegenzug an, ein großes Fußballturnier in drei Ländern auszurichten. Zudem verhandelt er angeblich mit Norwegen über die Aufhebung von Zöllen – ein Schritt, der, so spekulieren einige, seine Chancen auf den Friedensnobelpreis erhöhen könnte.
In der Schweiz könnte eine mögliche Regeländerung den Rüstungskonzern RUAG zum geschenktauglichen Asset machen. Lockern sich die Exportbeschränkungen, könnten seine Aktien zum beliebten Präsent werden.
Dass Geschenke Einfluss verschaffen, ist kein neues Phänomen. In einem Fall überreichte ein Neffe seiner Tante teuren Schmuck – später stellte sich heraus, es handelte sich um eine Bestechung, um sie testamentarisch zu seinen Gunsten zu beeinflussen.
Leichter wird es mit dem Kabarettisten Simon Chen, der ab Februar 2026 mit seinem fünften Soloprogramm „Er will nur spielen“ auf Tour geht. Eine willkommene Abwechslung zu den ernsten Debatten über Aktien, Sicherheit und politische Machtspiele.
Aktien von Rüstungsunternehmen besetzen heute eine doppelte Rolle in der öffentlichen Diskussion: Sie werden als Finanzchance und als Friedensinstrument verkauft – trotz der anhaltenden Sorge, dass sie Konflikte eher anheizen könnten. Der Trend reicht bis in die private Geldanlage, wo Anteile an Waffenherstellern als durchdachte Geschenke beworben werden.
Anderswo sorgen politische Gesten und kulturelle Events für Kontrast: von Trumps Fußball-Diplomatie bis zu Simon Chens anstehender Tour. Die Mischung aus ernster Strategie und Unterhaltung bleibt bestehen.






