Roberto Blanco entlarvt „Schlager-Mafia“ – Silbereisen kontert mit Talentförderung
Svenja HeringRoberto Blanco entlarvt „Schlager-Mafia“ – Silbereisen kontert mit Talentförderung
Die deutsche Schlagerszene steht vor dem Schlager Boom 2026 an Silvester erneut in der Kritik. Der Veteran Roberto Blanco, 88, bezeichnet die Branche als "kleine Mafia" und wirft ihr vor, stets dieselben Künstler zu bevorzugen. Moderator Florian Silbereisen, 44, verteidigt unterdessen seine Shows und betont, sie böten Nachwuchstalenten eine Plattform.
Beim anstehenden Silvester-Schlagerboom in Berlin treten Roland Kaiser, Maite Kelly und die Band Unheilig auf. Doch die vollständige Gästeliste bleibt unter Verschluss – nur wenige Absagen sind bestätigt, und es gibt vage Versprechungen von "vielen weiteren großen Namen".
Blancos Äußerungen richten sich gegen die abgeschotteten Kreise der Schlagerszene, in denen seiner Meinung nach eine kleine Gruppe von Künstlern immer wieder auftritt. Zudem kritisiert er die Gagenstrukturen, die etablierte Stars begünstigten und Newcomern kaum Chancen ließen. Seine Aussagen reiht sich in eine jahrelange Debatte über mangelnde Vielfalt im Genre ein.
Silbereisen wehrt sich gegen die Vorwürfe. Seine Shows hätten Karrieren gestartet, etwa die von Helene Fischer, Semino Rossi oder Ben Zucker. Doch Künstler wie Francine Jordi, 48, berichten, sie würden seit Jahren ignoriert, weil sie nicht mehr ins Konzept passten.
Der Schlager Boom selbst ist längst zum Kultphänomen geworden. Die Tickets für die Veranstaltung 2026 waren innerhalb von Minuten ausverkauft, über 10.000 Besucher werden erwartet. Die Show verbindet traditionellen Schlager mit interaktiven Elementen und Live-Auftritten. Bestätigt sind unter anderem Roland Kaiser, 73, Maite Kelly und die Band Unheilig. Doch das vollständige Programm bleibt bis zur Veranstaltung geheim – nur Kerstin Ott und Oimara werden nicht dabei sein.
Silbereisen bestreitet, immer dieselben Künstler zu bevorzugen, und verweist auf Auftritte von Newcomern wie Voxxclub oder Giovanni Zarrella in früheren Shows. Kritiker halten dagegen, dass viele seiner Stammgäste – darunter Ross Antony, Eloy de Jong und Zarrella selbst – längst zu festen Größen seiner Formate geworden sind.
Die Diskussion über Exklusivität in der Schlagerszene dauert an, während der Silvester-Schlagerboom 2026 näher rückt. Während Silbereisen seine Rolle als Förderer neuer Talente betont, unterstreichen Blancos Vorwürfe die langjährigen Bedenken hinsichtlich Zugang und Chancengleichheit. Bei längst ausverkauften Tickets wird die Veranstaltung unter kritischer Beobachtung stattfinden – die Gästeliste bleibt streng geheim.






