07 June 2026, 06:19

Revolution bei der Organspende: Soll Deutschland zum Widerspruchsmodell wechseln?

Berliner haben bisher in diesem Jahr mehr Organe gespendet

Revolution bei der Organspende: Soll Deutschland zum Widerspruchsmodell wechseln?

Deutschland könnte Organ­spende bald grundlegend reformieren

Ein neues Widerspruchsmodell steht zur Debatte: Erwachsene würden künftig automatisch als Spender gelten, sofern sie nicht ausdrücklich widersprechen. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Spendebereitschaft im Land steigt – die Zahlen kletterten zu Beginn des Jahres 2026 deutlich nach oben.

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Allein in Berlin wurden zwischen Januar und Mai 2026 73 Organ­spenden registriert – fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres (39). Bundesweit stieg die Zahl der Spenden um 12 Prozent auf 1.405 (2025: 1.253). Trotz dieses Anstiegs bleibt die Nachfrage hoch: 2025 wurden 3.150 Transplantationen durchgeführt, doch über 8.200 Patient:innen standen weiterhin auf Wartelisten.

Bisher gilt in Deutschland die explizite Zustimmung – entweder durch die Spender:innen selbst oder ihre Angehörigen. Doch eine überparteiliche Gruppe von Abgeordneten will bis 2030 auf das Widerspruchsmodell umstellen. Demnach wäre jede volljährige Person potenzielle Spenderin oder potenzieller Spender, es sei denn, sie meldet aktiv ihren Widerspruch an.

In der Hauptstadt warten derzeit mehr als 400 Menschen auf ein Spenderorgan; bis Mai 2026 wurden hier fast 140 Transplantationen vorgenommen. Die geplante Reform dürfte im Bundestag eine grundsätzliche ethische Debatte auslösen.

Ziel des Vorhabens ist es, die Spendenbereitschaft weiter zu erhöhen. Sollte der Gesetzesentwurf verabschiedet werden, träte die Neuregelung 2030 in Kraft und würde die Organ­spende in Deutschland nachhaltig verändern. Bis dahin verzeichnet das Land zwar ein allmähliches Wachstum bei den Spendenzahlen – doch die Wartelisten bleiben lang.

Quelle