Region Bodensee weiterentwickelt als Modellregion
Die Bodenseeregion hat unter der Führung Baden-Württembergs ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit gestärkt. Am 5. Dezember 2025 übergab Ministerpräsident Winfried Kretschmann symbolisch den Vorsitz der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) an den Kanton Zürich. Die Übergabe markierte das Ende eines Jahres, das von gemeinsamen Initiativen in Forschung, Verkehr und Umweltschutz geprägt war.
Die Region wurde bei Veranstaltungen wie dem Europäischen Sommerfest in Brüssel als Vorbild für europäische Zusammenarbeit hervorgehoben, wo hochrangige EU-Vertreter mit lokalen Führungskräften über zukünftige Projekte diskutierten.
Baden-Württembergs Präsidentschaft stand von Beginn an im Zeichen von Einheit und pragmatischen Lösungen. Im Juni 2025 reiste eine Delegation nach Brüssel, um EU-Unterstützung für Wasserstoffinfrastruktur und regionale Fördermittel zu erwirken. Ein Strategietreffen in Kressbronn kurz darauf gab den Startschuss für Projekte wie den Bodensee Digital Summit und einen Workshop zur Ausweitung von Wasserstoffnetzen.
Kulturelles Engagement und Jugendaustausch spielten eine zentrale Rolle: Veranstaltungen wie der IBK-Kulturpreis und der Jugendkongress Lebenswerter Bodensee brachten junge Menschen aus allen zehn Grenzregionen zusammen. Die Friedrichshafener Erklärung, von allen Mitgliedern unterzeichnet, bekräftigte die Zusammenarbeit in Forschung, Mobilität und Artenschutz.
Im Umweltbereich umfasste die Arbeit eine mehrjährige Studie zur Bekämpfung der invasiven Quaggamuschel sowie ein Interreg-Projekt zum Schutz von Fischbeständen bei gleichzeitiger Regulierung der Kormoranpopulation. Im Verkehrssektor wurde die Vierländer-Mobilität GmbH gegründet, um grenzüberschreitende ÖPNV-Angebote zu verbessern – parallel dazu schritten die Elektrifizierung der Bodensee-Gürtelbahn und die Initiative Grüne Wellen voran, die alternative Schiffsantriebe erprobte. Zudem startete eine Qualitätsinitiative zur Aufwertung des Bodensee-Radwegs.
Der Kanton Zürich wird 2026 diese Erfolge aufgreifen. Geplant sind eine Jugendkonferenz im Juni, eine Delegationsreise nach Bern mit Fokus auf Energie und Verkehr sowie Auszeichnungen für Forschungs-, Biodiversitäts- und Mobilitätsprojekte. Für 2026 ist zudem eine grenzüberschreitende Krisenmanagementübung vorgesehen, um die Abstimmung der regionalen Behörden in Notfällen zu testen.
Staatssekretär Florian Hassler zog eine positive Bilanz der baden-württembergischen Amtszeit: Die gemeinsame Haltung habe EU-Fördergelder und Anerkennung in der Wasserstoffplanung gesichert. Kretschmann betonte, der Bodensee sei nicht nur ein geteilter Kulturraum, sondern auch ein politischer Motor für erfolgreiche grenzüberschreitende Arbeit.
Am 1. Januar 2026 übernimmt der Kanton Zürich offiziell den IBK-Vorsitz. Der Wechsel folgt auf ein Jahr konkreter Fortschritte – von Verkehrsprojekten über Umweltstudien bis zu EU-geförderten Vorhaben. Die Bodensee-Zusammenarbeit tritt damit in eine neue Phase ein, in der Zürich die gemeinsamen Anstrengungen für Nachhaltigkeit, Mobilität und Regionalentwicklung fortsetzen wird.






