16 April 2026, 22:21

Rechtsextreme Gewalt gegen zivilgesellschaftliche Gruppen erreicht 2025 neuen Höchststand

Große Gruppe von Menschen mit LGBTQ+-Rechten-Bannern und -Fahnen vor einem Gebäude mit einem Kran und einem bewölkten Himmel.

Rechtsextreme Gewalt gegen zivilgesellschaftliche Gruppen erreicht 2025 neuen Höchststand

Rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Gruppen in Deutschland nehmen 2025 drastisch zu

Im Jahr 2025 haben rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Initiativen in Deutschland stark zugenommen: Mindestens 112 Vorfälle wurden dokumentiert. Wie die Amadeu Antonio Stiftung berichtet, kommt es im Schnitt alle drei Tage zu einem Angriff – oft richten sich diese gegen Jugendzentren, LGBTQ+-Einrichtungen und Gemeinschaftsarbeiter:innen. Expert:innen warnen, dass die AfD zwar politische Gegner:innen markiere, andere extremistische Gruppen jedoch zunehmend zu körperlicher Gewalt und Einschüchterung übergingen.

In Rheinland-Pfalz sah sich der Sozialarbeiter Bastian Drumm einer Welle von Drohungen ausgesetzt, nachdem Extremisten sein Gemeinschaftszentrum in Kusel mit hasserfüllten Aufklebern überklebt hatten. Er erhielt zudem Todesdrohungen und beleidigende Post. Drumm fordert seitdem eine stärkere Unterstützung der Regierung für das Programm "Lebendige Demokratie!" und ruft konservative Bürger:innen auf, sich sichtbar gegen rechtsextreme Aktionen zu stellen.

Ein autonomes Jugendzentrum in Hannover wurde mit Buttersäure beschmiert – einer übelriechenden Substanz, die häufig bei Angriffen eingesetzt wird. Unterdessen überstand das Rainbow Center in Cottbus nur knapp einen Brandanschlag, wenige Tage vor den lokalen Christopher Street Day-Feierlichkeiten. Beide Vorfälle spiegeln ein breiteres Muster der Feindseligkeit gegenüber marginalisierten Gruppen wider.

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Die AfD setzt jedoch nicht nur auf Straßengewalt: In Riesa verlangte der lokale Parteiverband, dass sich alle Jugendlichen, die an Jugendprogrammen teilnehmen, mit Namen und Adresse registrieren lassen. Kritiker:innen sehen darin den Versuch, Teilnehmer:innen einzuschüchtern und Behörden von ihren eigentlichen Aufgaben abzulenken. Solche parlamentarischen Initiativen dienen zunehmend als Druckmittel gegen demokratische Institutionen.

Die Hälfte der dokumentierten Angriffe ereignete sich in Ostdeutschland, wo zivilgesellschaftliche Organisationen von anhaltenden Bedrohungen berichten. Die Lage verschärfte sich weiter, nachdem Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eine Umstrukturierung des Programms "Lebendige Demokratie!" ankündigte – rund 200 geförderte Projekte bangten seither um ihre Zukunft.

Der Anstieg rechtsextremer Gewalt macht Gemeinschaftsarbeiter:innen und Aktivist:innen zunehmend verletzlich. Mit 112 erfassten Angriffen im Jahr 2025 unterstreicht die Amadeu Antonio Stiftung, dass es sich um eine anhaltende Kampagne der Einschüchterung handelt. Regierungsentscheidungen wie die Neuausrichtung von "Lebendige Demokratie!" gefährden nun genau jene Netzwerke, die Extremismus entgegenwirken sollen.

Quelle